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20:49 13.02.2018
Von Julia Vötig
Lübeck

Als Musiker ist man sehr auf seinen Körper fokussiert, als Streicher besonders auf die Arme und Hände. Schließlich sind sie die Werkzeuge, die ein Leben lang funktionieren müssen. Nun zwickte es letzte Woche plötzlich im Mittelfinger meiner linken Hand. Ausgerechnet die wichtige Hand, mit der die Saiten gegriffen werden. Ich konnte nicht mehr spielen, bei jedem Druck auf die Fingerkuppe zog es durch den Arm. Nach kurzem Gespräch mit meinem Professor war ein vermutlich entzündeter Nerv als Quelle des Übels ausgemacht. Überlastung.

Nun kann man dagegen nicht wirklich etwas machen – ein bisschen kühlen, schonen, am besten nicht spielen, dem Ganzen Zeit geben, damit es nicht chronisch wird. Wenn man ein Musikinstrument studiert, tatsächlich eine Qual. Das gefühlt Wichtigste am Studium ist das Üben. Man möchte vorankommen und kann es nicht. Es lässt sich nicht abschätzen, wann man wieder loslegen kann. Und ohne sein Instrument hat man nicht mehr viel zu tun am Tag.

Plötzlich macht man sich Gedanken darüber, dass das einstige Hobby jetzt lebensfüllend ist und es keinen wirklichen Ausgleich gibt. Ich konnte zum Glück auf mein altes Studium zurückgreifen und in der Pressestelle der Musikhochschule mitarbeiten. Mir wurde klar, wie wichtig es doch ist, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern auch eine Alternative zu haben.

An dieser Stelle bloggen Studierende. Julia Vötig (25) ist im Studiengang „Bachelor of music“ im dritten Semester an der Musikhochschule eingeschrieben.

LN

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