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18:10 21.08.2018
Sie sind eine Vitaminbombe und helfen bei Krankheiten: Forscher sprechen den Fliederbeeren heilende Kräfte zu. Quelle: Fotos: Roessler (2), Burmester (1)

Der Begriff Fliederbeere ist eine Erfindung der Norddeutschen. Denn eigentlich ist der Flieder ein Zierstrauch aus dem asiatischen Raum. Wenn die Menschen in Schleswig-Holstein von der Fliederbeere sprechen, ist der schwarze Holunder gemeint.

Und dessen Beeren sollen wahre Wunder vollbringen: Sie sollen gegen Grippe, Erkältungen und Depressionen helfen. Zudem sollen sie Bluthochdruck, Diabetes entgegenwirken und Entzündungen hemmen. In den kleinen, dunkelroten Beeren stecken viele verschiedene Vitamine, Mineralstoffe wie Magnesium und Eisen sowie der Pflanzenfarbstoff Anthozyan, der für die dunkelrote Färbung verantwortlich ist.

Jedoch birgt die Pflanze auch den Giftstoff Sambunigrin, der Übelkeit verursacht. Daher müssen die Beeren vor dem Verzehr auf 80 Grad erhitzt werden.

Während der Farbstoff das Erhitzen übersteht, wird ein Teil des Vitamin C zerstört. Die heilenden Eigenschaften der Pflanze beschränken sich aber nicht nur auf die Beeren. Die Blätter und Blüten können getrocknet und als Tee aufgebrüht werden. Sie wirken schleimlösend und schweißtreibend.

Um die Pflanze ranken sich zahlreiche Legenden. So glaubten die Germanen, dass in ihr die Göttin Freya, Beschützerin von Haus und Hof, wohnt. In ihren Märchen machten die Gebrüder Grimm aus der Göttin Frau Holle. Nach dieser Sage darf ein Fliederbusch nicht gefällt werden, sonst droht Unheil.

Ernten ist aber erlaubt. Der Holunderstrauch wächst in ganz Europa und blüht von Mai bis Juni. Die saftigen Beeren hängen von Ende August bis Anfang Oktober an den Sträuchern. Im Moment ist also die perfekte Zeit, um eine Fliederbeersuppe zu kochen. Und das geht so: Einen Liter Holunderbeerensaft mit einem Viertel Liter Apfelsaft und dem Saft einer Zitrone sowie einer Zimtstange, Nelken, Sternanis und acht Esslöffeln Zucker in einem Topf aufkochen. Einen Apfel entkernen, in Stücke schneiden und in der Suppe ziehen lassen. Stärke mit Wasser anrühren, in die Suppe geben und kochen lassen. Für die Grießklößchen 250 Milliliter Wasser und 15 Gramm Butter mit etwas Salz und Zucker aufkochen und 125 Gramm Grieß einrühren, bis sich die Masse vom Boden ablösen lässt. Vom Herd nehmen und zwei Eier dazugeben. Den Grieß abkühlen lassen und zu Bällchen formen. Die Klößchen fünf Minuten in der Suppe erhitzen.

Fliederbeersuppe anders

Experimentierfreudige Fliederbeersuppen-Fans können neben der klassischen Variante statt Äpfeln ein paar Quitten in die Suppe geben. Das klappt sowohl mit frischen als auch mit eingelegten Früchten. Für eine Variante mit Schuss können am Ende auch 125 Milliliter Rum in die Suppe gerührt werden.

Die Fliederbeeren gibt es auf den Märkten in Schleswig-Holstein zu kaufen. Sie wachsen aber häufig auch am Wegesrand in Strauchhecken.

Alessandra Röder

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