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23:22 15.01.2016
Von Jens Kürbis

Das Insolvenzverfahren ist eröffnet, dazu noch die Vorwürfe des Lizenzbetrugs und der Insolvenzverschleppung — der HSV Handball hat ausgespielt. Ein Schlussstrich, längst überfällig.

Auch wenn es für Angestellte und Fans bitter, für die Bundesliga ein Rückschlag ist — es ist auch eine Erlösung. Dreizehneinhalb Jahre nach dem Erstliga-Umzug von Lübeck in den Volkspark war die Story des HSV nur so lange eine Erfolgsgeschichte, wie Andreas Rudolph zahlte. 30, 40, 50 Millionen Euro — wie viel der Ahrensburger Unternehmer investiert hat, weiß keiner genau. Der Mäzen bekam dafür, was er wollte: Meisterschaft, Champions League, Anerkennung, Macht. Nichts lief beim HSV ohne ihn. Doch als er die Lust am Zahlen verlor, rettete sich der Klub stets nur mit Mühe zu einer neuen Lizenz. Das Denkmal Rudolph bröckelte, jetzt ist es zerstört.

Es ist auch ein Weckruf für die Liga, das Modell Mäzen und die Lizenzrichtlinien zu hinterfragen. Für den HSV ist es die Chance eines Neuanfangs — auf kleiner Bühne. Mit neuen Partnern, breit aufgestellt, transparent und ehrlich.

LN

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