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Kommentar Begründete Zweifel
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22:17 11.08.2015
Von Gerd Höhler

Alexis Tsipras hat es eilig mit einer Einigung in den Verhandlungen über das dritte Rettungspaket. Seine Ungeduld ist verständlich. Noch nie stand Griechenland so knapp vor einem Staatsbankrott wie unter der Syriza-Regierung. Scheitern die Verhandlungen, droht dem Land das Ausscheiden aus der Euro-Zone. Und Tsipras weiß: Die Mehrheit der griechischen Wähler würde ihm das nie verzeihen. Deshalb will er jetzt das Hilfspaket schnell schnüren — selbst um den Preis, alle seine Wahlversprechen über Bord werfen zu müssen.

Aber wird er die Reformschritte, die er jetzt verspricht, auch umsetzen? Schon vorige Regierungen taten sich schwer. Beispiel Privatisierungen: Politiker aller Parteien sträuben sich dagegen, die Kontrolle über Staatsunternehmen, die jahrzehntelang dazu dienten, die eigene Klientel mit gutdotierten Jobs zu versorgen, aus der Hand zu geben. Was Tsipras angeht, sind Zweifel an seinem Reformwillen umso begründeter, als er selbst immer wieder von einem „schlechten Abkommen“ spricht, das ihm aufgezwungen worden sei.

LN

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