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Kommentar Die Flucht vor dem Krieg: Warum wir den Syrern helfen müssen
Mehr Meinung Kommentar Die Flucht vor dem Krieg: Warum wir den Syrern helfen müssen
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23:23 11.09.2013
Von Gerald Goetsch.
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Doch diesmal ist alles anders. Die unerträglichen Bilder, die uns seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs Tag für Tag erreichten, haben Politik und Öffentlichkeit sensibel gemacht. Das blutige Gemetzel zwischen Regierungstruppen und Rebellen hat ein Land entstellt: Rund 6000 Männer, Frauen und Kinder werden jeden Monat zwischen den Fronten getötet. Den erbitterten Kampf um die Macht in dem einst blühenden Land am Mittelmeer haben nach Schätzungen der Vereinten Nationen schon jetzt 93 000 Menschen mit dem Leben bezahlt.

Wer dem Albtraum entkommt, hat sein Leben gerettet. Und doch alles verloren. Syriens Nachbarländer haben bereits zwei Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Den 5000 Syrern, die jetzt zu uns kommen, werden also weitere folgen. Die Bundesrepublik wird das verkraften. Und nur am äußersten rechten Rand des politischen Spektrums wird man der Versuchung erliegen, über das Leid hinweg mit Ressentiments gegen die Fremden auf Stimmenfang zu gehen.

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zählen zu den sechs Bundesländern, die über die Aufnahme der Kontingent-Flüchtlinge hinaus auch den Zuzug von Familienangehörigen aus Syrien erleichtern.

Angesichts der menschlichen Katastrophe und der politischen Ohnmacht die einzig richtige Entscheidung.

Es ist die Erfahrung unserer Eltern und Großeltern, die uns Norddeutsche in dieser Frage eint: Rund 850 000 Menschen flohen nach 1944 nach Schleswig-Holstein. In Mecklenburg-Vorpommern fanden fast eine Million Kriegs- Flüchtlinge eine neue Heimat. Die Überlebenden von damals können am besten nachvollziehen, in welcher Verfassung die Menschen aus Syrien zu uns kommen. Und wie wichtig es ist, dass wir ihnen nicht nur ein Dach über dem Kopf und Nahrung bieten. Die Flüchtlinge von damals haben maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg des Nachkriegsdeutschlands beigetragen. Geben wir den Menschen aus Syrien eine echte Chance.

Gerald Goetsch

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