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Kommentar Ein Glücksfall für Lübeck
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20:25 02.11.2013

Das Filmfestival, das heute nach fünf Tagen zu Ende geht, leistet Jahr für Jahr Erstaunliches. Professionell organisiert und ideenreich gestaltet hat es sich doch etwas Hemdsärmeliges bewahrt. Man merkt, dass hier nicht Event-Manager am Werk sind, sondern Leute, die Lübeck verbunden sind. Das verleiht den Nordischen Filmtagen den Charakter, den Besucher und Besucherinnen lieben.

Lübeck sollte froh und stolz sein über dieses kulturelle Ereignis, denn es bereichert die Stadt und die Region in mehrfacher Hinsicht. Das Wichtigste ist: Die Nordischen Filmtage sind für Besucher und Besucherinnen ein Ort, wo sie etwas erleben, etwas lernen, einander begegnen und sich austauschen können. Es ist ihr Festival. Zudem sind die Nordischen Filmtage Lübeck das einzige kulturelle Ereignis in der Stadt, das internationalen Rang besitzt. Und schließlich ist das Festival auch ein Wirtschaftsfaktor. Der überwältigende Teil der auswärtigen Besucher fährt zufrieden und bereichert zurück nach Hause — bessere Werbeträger kann Lübeck sich nicht wünschen.

In diesem Jahr platzte mitten ins Festival die Nachricht, dass die Filmtage auf der Sparliste von Bürgermeister Bernd Saxe stehen. Gut ein Viertel des städtischen Zuschusses — er beträgt 250 000 Euro bei einem Gesamtetat von 690 000 Euro — könnten wegfallen. Lübecks Kultursenatorin Annette Borns befürchtet, dass eine Einsparung in dieser Höhe das Festival killen könnte. Man mag es nicht glauben, aber die Fachfrau wird es wohl richtig beurteilen.

Der Diskussionsvorschlag kam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Er wurde mit einer erstaunlichen Gelassenheit aufgenommen, was wohl auch daran liegt, dass in Lübeck schon alle möglichen Sparlisten diskutiert wurden, um dann in Vergessenheit zu geraten. Möge dieser Sparvorschlag ad acta gelegt werden, weil zu vieles gegen ihn spricht.

Zudem ist es nicht gerade klug, die Festival-Verantwortlichen, Besucher und Sponsoren gleichermaßen vor den Kopf zu stoßen. Die Filmtage machen Lübeck nicht arm, sondern reich. Ein Glücksfall für die Stadt, der gehegt und gepflegt werden soll. Berichte Seite 3

LN

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