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Fußball im Überfluss

Der Ball rollt wieder. Aber es ist gut, dass er auch mal Pause hat. Fußball im Überfluss

Kennen Sie Abdul Rahman Baba? Aus Ghana? Er ist Fußballer, Verteidiger beim FC Augsburg, aber vielleicht nicht mehr lange. Der FC Chelsea möchte ihn kaufen, für 25 Millionen Euro.

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Von Peter Intelmann

Kennen Sie Abdul Rahman Baba? Aus Ghana? Er ist Fußballer, Verteidiger beim FC Augsburg, aber vielleicht nicht mehr lange. Der FC Chelsea möchte ihn kaufen, für 25 Millionen Euro. Und das Besondere daran ist, dass es fast nichts Besonderes mehr daran gibt.

Überall in Europa stehen die Klubs vor dem Start in die neue Saison, in der Bundesliga ist es am nächsten Wochenende so weit und an diesem schon mit dem DFB-Pokal. Und fast überall grassierte wieder der Transfer-Wahnsinn. In England haben die Vereine der Premier League bislang schon mehr als 700 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben, in der vergangenen Saison war es mehr als eine Milliarde.

Eine Milliarde! Das entspricht etwa dem Staatshaushalt Malawis. Und ein Ende ist nicht abzusehen.

Kann einem das die Freude daran verhageln, dass es jetzt wieder losgeht? Dass nach zwölf Wochen der Ball wieder rollt? Wobei das ja nicht ganz stimmt. Der Ball ist natürlich auch in der Pause gerollt, zumal im Fernsehen. Es gab die Relegation, die Frauen-WM, die U21-EM, den Audi-Cup, hier ein Finale, da ein Testspiel, und Pay-TV-Kunden werden eh rundum versorgt.

Man könnte meinen, dass es irgendwann reicht. Dass man irgendwann keinen Fußball mehr sehen kann. Aber gearbeitet wird in die andere Richtung. Die Deutsche Fußball Liga will die 1. Bundesliga ab 2017 auch montags und am Sonntagmittag spielen lassen. Es soll noch mehr entzerrt werden, um noch mehr zeigen zu können. Vermutlich liegen schon Pläne für einen DFL-Sender in der Schublade, um das eigene Produkt auf eigenen Wegen zu vermarkten und die Generation Smartphone flächendeckend und rund um die Uhr zu beliefern.

Momentan sieht es so aus, als würden die Kunden das mitmachen. Die Stadien sind voll, die Quoten stimmen, und es kommt so viel Geld herein, dass 25 Millionen Euro für Abdul Rahman Baba keine große Sache zu sein scheinen. Aber will man das wirklich? Diesen Overkill? Was es im Überfluss gibt, wird eben oft sehr schnell überflüssig. Und dann muss man es künstlich stützen. Mit noch mehr Inszenierung, mit noch mehr Flitter und Tand. Mit Fußball hat das dann irgendwann nur noch wenig zu tun. Sport

LN

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