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„Hotel Mama“ überfüllt

Millionen Jugendliche ohne Job — doch die EU kleckert nur. „Hotel Mama“ überfüllt

Gern. Doch wie, wenn heute ausreichend Arbeitsplätze fehlen, die Millionen jungen Europäern eine Perspektive geben? EU-weit sind 5,6 Millionen junge Menschen unter 25 Jahren ohne Job.

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Von Jens Burmeister

en, die Millionen jungen Europäern eine Perspektive geben? EU-weit sind 5,6 Millionen junge Menschen unter 25 Jahren ohne Job. Besonders schlimm sieht es in Ländern wie Griechenland oder Spanien aus, wo um die 60 Prozent erwerbslos sind. Eine soziale Katastrophe, eine Gefahr für die Demokratie.

Europa droht nicht nur eine ganze Generation zu verlieren, sondern auch seine Legitimation. Längst ist die Wirtschaftskrise im Süden des Kontinents vergleichbar mit der Großen Depression der 1930er Jahre. Entsprechend ambitioniert müssten die Rettungsprogramme ausfallen. Tatsächlich machen die EU-Staats- und Regierungschefs jetzt Geld für den Kampf gegen die grassierende Jugendarbeitslosigkeit locker: Nein, nicht satte 700 Milliarden Euro wie für die Banken-Notbeatmung. Es sind lediglich sechs Milliarden — also noch nicht mal ein Hundertstel der Hilfen für die Finanzinstitute. Das ist tatsächlich eine „homöopathische Dosis“, wie SPD-Chef Sigmar Gabriel zu Recht wetterte.

Die wahre gesellschaftliche Dimension der extrem hohen Jugendarbeitslosigkeit haben Europas führende Politiker offenbar noch gar nicht begriffen — die Gefahr, dass eine ganze Generation sich von Europa abwendet und den Sirenenklängen von Populisten und Extremisten erliegt. „Wir sind am Vorabend der Möglichkeit einer Revolution in Europa“, warnte Altkanzler Helmut Schmidt kassandrisch. Wir sollten den alten Herrn ernst nehmen, denn die Narben einer langen Jugendarbeitslosigkeit sind tief.

Nötig wären gezielte Konjunkturprogramme. Denn was nützt es, wenn der Arbeitsmarkt flexibilisiert wird, der Staat sich aber kaputt spart? Öffentliche Gelder müssen fließen, damit die Firmen Aufträge bekommen und Jugendliche einstellen. Sonst beißt sich die Katze in den Schwanz. Noch fängt in den südlichen Krisenstaaten die Familie enorm viel ab. Doch wehe, wenn „Hotel Mama“ überfüllt ist und nicht mehr die Kraft hat, als gesellschaftliche Sozialstation zu funktionieren.

LN

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