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Kinners, Platt is wichtig!

LEITARTIKEL Kinners, Platt is wichtig!

Dat Schönste an Morgen is för mi, wenn mien Schwiegervadder Klaus in de Kök kümmt und sien Klönschnack mit mien Kinner hölt: „Moin!

Dat Schönste an Morgen is för mi, wenn mien Schwiegervadder Klaus in de Kök kümmt und sien Klönschnack mit mien Kinner hölt: „Moin! Wie geiht? Hebbt jie al utschlopen?“ Opa Klaus schnackt oft Platt mit de Lütten. Und se verstoht em, obwohl se grad erst anfangt Hochdütsch to spreken. Ne Sprok leernst du am besten, wenn een mit di schnackt. Daför mütt datt ober Lüd geben, de datt noch künnt. Ne dode Sprok to leern, dat kennt jeder, de sick mol in Latein dörch den Gallischen Kriech wrangelt hett: Ganz schön tooch! Wie sulln gau oppassen, datt uns dat nich mit dat Plattdütsche passeert!

 

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Von Nicole Studt

„Wie schall man denn för andere Kulturen Respekt hebbn, wenn man de eegene nich plegen deiht?

Jo, ick weit: För junge Lüd is dat veel wichtiger, Englisch, Spanisch, Chinesisch to leern. Aber ne regionale Sprok kann doch Lust op annere Sproken moken. Und mit Platt leernt man wat öber Geschichte ut’n Norden – und ok een beten öber sien eegen Identität. Wie bitte? Datt is nich wichtich in unsre schöne, globalisierte, digitalisierte Welt? Ick meen, datt wär noch nie wichtiger! Wie schall man denn för andere Kulturen Respekt hebbn, wenn man de eegene nich plegen deiht? Und: Wer Dach und Nacht mit sien Handy üm de Welt surft, de mutt oppassen, datt hei nich verloren geiht, twischen Rio, Tokio un annerswo. Daför helpt dat to weten, wo man herkümmt. De Sprok speelt dor ne grote Roll. Deshalb is Förderung för Platt richtich. Welche Organisation dat mokt, is mi recht egol.

Hauptsok, se kümmert sick nich nur üm verstaubte Böker, sondern üm de Kinner. Plattdütsche Wettbewerbe, Theater, Hölp för de Scholen: Son beten wat schull uns dat wert sien. Und so grot mütt de Ziele nich wähn. Ick wär froh, wenn mien Kinner as Erwachsene Platt verstoht. Wenn se sick mol to Wiehnachten een Gedicht marken doot, ton Biespeel „Kiek ins, wat is de Heben so rot? Dat sünd de Engels, de backt dat Brot...“ Wenn ick dat hör, denn bün ick sölbst wedder Kind – und föhl mi to Hus. Genau dat wünsch ick mien Kinner: Datt se in 50 Johr noch manchmol Platt hört oder leest. Und datt se denn an Opa Klaus denkt, und sick to Hus föhlt – ok twischen Rio, Tokio und annerswo. Dat deiht bannig gaut to weten, wo man herkümmt.

LN

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