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18:19 17.10.2015
Sigmar Gabriel ist SPD-Parteivorsitzender und Wirtschaftsminister.

Von einer „Beißattacke“ ist die Rede, in den sozialen Netzwerken fordern manche sogar eine „Maulkorbpflicht“. Denn Sigmar Gabriel hat es schon wieder getan: Der SPD-Politiker hat sich in einer Fernsehsendung erneut heftige Auseinandersetzungen mit einer Interviewerin geliefert. Nach ZDF-Moderatorin Marietta Slomka im November 2013 traf es in der Sendung „Berlin direkt“ zum Thema Flüchtlingskrise die Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, Bettina Schausten.

Es stellen sich nun viele die Frage: Was ist von einem Spitzenpolitiker zu halten, der auf kritische Fragen derart verstimmt reagiert. Schon zu Beginn des Gesprächs, nach der Eingangsfrage Schaustens, zeigt der 56-Jährige, dass er ein besonderer Gesprächspartner ist. Die Journalistin fragt, ob er als Vizekanzler und angesichts seiner Kritik an der Union noch an der Seite von Angela Merkel stehe. In abwertendem Tonfall antwortet der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, die Frage sei „total merkwürdig“.

Pampig-schwierig geht das Interview weiter. Bis Gabriel zum Schluss sagt: „Nichts von dem was Sie sagen, ist richtig, Frau Schausten, entschuldigen Sie, wenn ich das in aller Klarheit sage.“ Das hat gesessen. Das Gespräch endete wie es begonnen hatte — kiebig. Auf Schaustens „herzlichen Dank“ antwortete Gabriel mit leicht spöttischem Unterton und Blick: „Gerne“, kleine Pause, „bitte, Frau Schausten.“

Frühere Weggefährten erinnern sich, schlagfertig sei der ausgebildete Lehrer schon früher gewesen, wie in dem „Cicero“-Artikel „Siggi Peppone aus dem Harz“ zu lesen ist. „Peppone“ nach einer der beiden Hauptfiguren aus „Don Camillo und Peppone“ — einem schlagkräftigen Polterer. Gabriel wurde 1959 in Goslar geboren und unterrichtete in seiner Heimatstadt Deutsch und Politik. Heute hat er zwei Kinder und ist zum zweiten Mal verheiratet.

Den Polterer im Fernsehen, so scheint es, fanden viele Zuschauer unterhaltsam. Unfreiwillig unterhaltsam zu sein, heißt aber auch belächelt zu werden. Ein Mann schreibt über das rund siebeneinhalb Minuten lange Gespräch auf Twitter: „Das war doch ein Flirt“. Bernd Schlömer, ehemaliger Vorsitzender der Piratenpartei, schreibt: „Berlin direkt ist ja wieder lustig“.

Doch bei vielen stößt das Verhalten des Vizekanzlers übel auf. „Bei dem Vorsitzenden möchte man in der SPD ja nicht Frau sein“, schreibt ein Twitter-User. Auch Yasmin Fahimi, Generalsekretärin der SPD, betont, in der SPD können sie von Gabriels Ruppigkeit ein Lied singen. Das Medien-Portal Meedia urteilt über das Verhalten des Politikers: Er habe eine „aufgeblasene Ego-Show“ veranstaltet.

Der Redakteur urteilt: „Sigmar Gabriel ist für den Kanzlerjob ungeeignet“. Als Lösung schlägt ein Mann auf Twitter vor, man solle Gabriel vor Interviews ein Eisbein geben. Dann sei er vielleicht nicht mehr so gereizt.

Wenn das so einfach wäre.

Elena Vogt

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