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Kommentar Mörderisches System
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23:24 23.10.2013
Von Jens Burmeister

Die gute Nachricht: Es sterben nur noch halb so viele Kinder an Hunger und Krankheiten wie 1990. Die schlechte Nachricht: Es sind immer noch über 6,6 Millionen pro Jahr.

Der Massentod durch Unterernährung ist kein Naturgesetz. Er ist das Ergebnis hausgemachter Missstände wie Korruption und Stammestum in der Dritten Welt, vor allem aber einer mörderischen Weltordnung. Es ist eine Mär, dass ein ungeregelter Freihandel allen Wohlstand bringt. Denn meist geht er einher mit marktzerstörerischen Billigimporten von Nahrungsmitteln, mit großflächigen Landkäufen und der Vertreibung von Kleinbauern, mit einer Gentechnik, die von bestimmten Saatsorten und Düngern abhängig macht.

Freihandel ist nicht per se ein gerechter Handel. Selbst die meisten Nationalstaaten Europas haben in ihren Gründungsjahren hohe Schutzmauern um ihre Märkte errichtet. Das Deutsche Reich etwa hob zwischen 1880 und 1913 den Zoll auf Weizenimporte um das Siebenfache an. Wir sollten anderen also nichts abverlangen, was wir uns selbst nicht zugemutet haben.

LN

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