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Kommentar Peter Altmaier als Doktor Faustus
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22:10 04.07.2013

„Was hätte Faust für die Energiewende gegeben? Wir geben alles — nur unsre Seele nicht !!!“, versicherte als Fazit der gewichtige Minister. Und falls das mit der Strompreisbremse doch nicht klappt, verrät Altmaier angesichts der ständig steigenden Energiekosten ein probates Mittel: „Könnten wir die Energie der Hölle nutzen, so würden die Lichter im Himmel nie erlöschen!“ Der Sage nach flüchtete vor Jahrhunderten Doktor Faustus, den ein Pakt mit dem Teufel verband, rittlings auf einem mächtigen Weinfass reitend aus Auerbachs Keller. Mephisto, verwandelt in ein schwarzes Hündchen, wies vorauslaufend dem Faust-Fass den Weg. Vor 20 Jahren begann auf dem neuen alten historischen Fass in Auerbachs Keller die große politische Karriere des Peter Altmaier — nicht als kleines schwarzes Hündchen, sondern als polyglotter Europabeamter. Damals, am Rande des CDU-Bundesparteitages, wusste die Saar-CDU noch nicht so richtig, ob sie sich Altmaier als zukünftigen Bundestagsabgeordneten gönnen und leisten sollte. Als Nachweis der politischen Reife wurde Altmaier abverlangt, auf das Weinfass zu klettern. Wenn ihm dies geschwind gelänge, würde er nominiert. Altmaier erstieg das Fass, wurde als Abgeordnetenkandidat für gut befunden und prompt nominiert.

Fragen am Krankenbett über den Gesundheits- und Gemütszustand sind im Regelfall mitfühlend. Die Gesprächsaufnahme von FDP-Chef Philipp Rösler bei Bundestagswahl-Spitzenkandidat Rainer Brüderle nach dessen Treppensturz hat teilweise einen anderen Eindruck hinterlassen. Weil Brüderle linksseitig an Arm und Bein Brüche erlitt, und das für die FDP öffentlich keinen überzeugenden kämpferischen Eindruck hinterlassen könnte, kam die Frage des Chefs, ob der Kandidat den Wahlkampf überhaupt noch mal packe, eher wie ein Mobbingversuch an. Rösler „spielt falsch“, ätzte ein Teil der FDP-Spitzenriege.

Im Kompetenzteam von Peer Steinbrück ist SPD-Mediziner Karl Lauterbach der Experte für Gesundheit. Auch als Psychologe ist er nicht unbegabt. Wer gewinnen wolle, dürfe im Wahlkampf nicht gegen Angela Merkel hetzen, rät der Professor und Doktor. Und Lauterbach weiß: „Ein guter Kandidat muss respektiert sein bei den eigenen Leuten und vom politischen Gegner gefürchtet werden.“ Zum Glück sei Peer Steinbrück „ein lernendes System“.

LN

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