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20:14 19.03.2016
Palmsonntag 1942: Die Türme des Lübecker Doms brennen nach dem nächtlichen Bombenangriff auf die Altstadt. Quelle: Karl Braune

In der Nacht vom 28. auf den 29. März 1942 bombardierten britische Flugzeuge die Lübecker Altstadt. Es war die Nacht zum Palmsonntag, den wir auch heute wieder feiern. Viele Altstadthäuser und auch die Marienkirche und St. Petri wurden zerstört. Der Dom brannte auf der West- und auf der Ostseite. Der Mittelteil, in dem das wertvolle Triumphkreuz hing, blieb erhalten. Der Lübecker Fotograf Karl Braune machte am Palmsonntag vom Wall aus dieses Farbfoto des brennenden Doms. Links ist der Turm der Aegidienkirche zu sehen, die den Angriff ohne schwere Schäden überstand.

Ein seltenes Farbfoto, denn im Handel waren Farbfilme nach Kriegsausbruch praktisch nicht mehr zu bekommen. Braune hatte aber den Auftrag, die Schäden für die NSDAP zu dokumentieren und war entsprechend ausgestattet. Nach weiteren Bombenangriffen auf Rostock und Köln im Frühjahr 1942 untersagte Propagandaminister Goebbels die Veröffentlichung von Trümmerfotos, die bis dahin als Beweis für die britischen „Terrorangriffe“ verbreitet wurden. Das Fotografieren selbst allerdings wurde nur in einzelnen Orten verboten — für Lübeck fehlt Beleg für so ein Verbot.

Die LN zeigen immer sonntags an dieser Stelle ein historisches Foto von Karl Braune (1896-1971) unter der Rubrik „Rückblick“.

LN

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