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Kommentar S-Bahn-Idee endgültig gescheitert
Mehr Meinung Kommentar S-Bahn-Idee endgültig gescheitert
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20:13 16.11.2017
Von Helge von Schwartz
Timmendorf/Kiel

In Timmendorf debattiert die Politik noch, ob sie nach dem Aus für die Bäderbahn nicht doch auf einen eigenen Haltepunkt „Neuhof“ an der neuen Fehmarnbelt-Trasse bestehen soll. Zuletzt sprachen sich die Gemeindevertreter mit hauchdünner Mehrheit dafür aus. Die Grünen beantragten gestern aber, sich doch für den gemeinsamen Bahnhof zu entscheiden In Ratekau setzt man sowieso darauf. Der Bahnhof würde dann größer und besser ausgestattet werden.

Die Landtags-SPD startete gestern einen letzten Rettungsversuch für die Bäderbahn, forderte den Ausbau der Strecke von Ratzeburg über Lübeck bis Puttgarden zur S-Bahn. „Die Bäderbahn ist kein Auslaufmodell“, sagte der SPD-Politiker Kai Vogel. CDU, Grüne und FDP lehnten ab. Es sei SPD-Ex-Verkehrsminister Reinhard Meyer gewesen, der der Bahn zugesichert habe, dass das Land durch die Bäderorte keinen Schienenverkehr mehr betreibt. Kündige das Land diese Vereinbarung auf, könnte die Bahn im Gegenzug womöglich die Verlegung der Trasse an die A1 infrage stellen, „die größte Lärmschutzmaßnahme im Zuge der Hinterlandanbindung“, so Buchholz. Das wolle niemand. Der Grüne Andreas Tietze sprach von einem „SPD-Schaufenster-Antrag“. 270 Pendler zwischen Neustadt und Puttgarden rechtfertigten keine teure S-Bahn, das Geld fehle dann anderswo im Nahverkehr.

Fast wie Science Fiction

Um die Bäderbahn ist es wirklich schade, denn die Haltepunkte sind nahe an den Orten – das ist ideal für Schüler und Berufspendler. Aber die alte Trasse hat keine Zukunft, das hat Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) klargemacht.

Also gilt es nun, das Beste aus der Situation zu machen, damit die Bahnreisenden künftig nicht irgendwo neben einem Rapsfeld stranden. Der Plan des Ministers klingt ein bisschen wie Science Fiction – ist aber sehr attraktiv. Schnelle Verbindungen nach Hamburg, ein moderner Bahnhof, ein Zubringerverkehr in die Bäder mit autonomen Fahrzeugen auf der früheren Bahntrasse.

Das Konzept könnte ein Touristenmagnet werden. Und es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Ein großer Wurf aber ist notwendig. Ansonsten steigen die Bahnfahrer aufs Auto um.

wh

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