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Kommentar Verseuchte Sache
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17:20 16.08.2015
Von Josephine von Zastrow
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Der Feind im eigenen Bett. Das ist das Problem von Umweltminister Robert Habeck. Als Grüner weiß er, dass allein das Wort Atomkraft eine Schnappatmung bei der Parteibasis auslöst. Denn die Anti-Atomkraftbewegung ist die Mutter der Grünen, sie hat die Öko-Partei geboren. Umweltschützer, Naturfreunde und Bürgerinitiativen sind eng mit ihr verzahnt.

Jetzt will ein grüner Minister den Bauschutt der Atomkraftwerke im eigenen Land entsorgen. Würden SPD oder CDU das wagen, wäre „den Ökos“ keine Deponie sicher genug. Somit ist ein Grüner der einzige, der sich der Angelegenheit stellen kann.

Es spricht für Habeck, dass er sie nicht einem Nachfolger hinterlässt. Egal, ob das Motiv dafür Pflichtgefühl oder Überzeugung ist, diese verseuchte Sache wird maßgeblich sein für seine Karriere. Damit kann Habeck sein Image eines smarten Jungpolitikers in das eines ernstzunehmenden Politikprofis wandeln — der ein emotionales und real heikles Thema anspricht, anpackt und anständig löst. Oder er scheitert gnadenlos — an der eigenen grünen Basis. Seite 1, Lokales

LN

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