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Kommentar Warum Schleswig-Holstein auf Lübeck stolz sein kann
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18:20 30.12.2017
Von Ministerpräsident Daniel Günther

Da hatte ich mir ja etwas erlaubt: In einem Interview mit dieser Zeitung habe ich Ihre Stadt, liebe Leserinnen und Leser, einfach „geil“ genannt. Weil ich auf den Punkt bringen wollte, dass Sie mächtig stolz auf diese großartige Stadt sein können. Das hat mir einige erstaunte Reaktionen beschert und die Frage war stets: Darf und sollte das ein Ministerpräsident sagen?

„Die Hansestadt ist führend in der Medizintechnik, spitze in der Forschung und die kulturelle Hochburg Schleswig-Holsteins.

Was meinen Sie? Und stimmt das überhaupt – ist Lübeck wirklich eine so trendige Stadt? Das bevorstehende 875-jährige Stadtjubiläum nehme ich zum Anlass, einmal zu beschreiben, warum ich das so sehe.

Eines ist Lübeck ganz sicher: In vieler Hinsicht ist die Stadt einzigartig in Schleswig-Holstein. Keine andere ist historisch und kulturell so vielfältig. Ich denke an das Zeitalter der Hanse, den Siegeszug des Marzipans und die Pracht der Backstein-Gotik. Und mit Thomas Mann, Willy Brandt und Günter Grass hat Lübeck eine Nobelpreis-Dichte, wie andere Städte Gourmet-Sterne haben. Die Restaurant-Sterne hat Lübeck sogar obendrein.

Hanseatischen Glanz und weltmännisches Understatement kann man in allen Winkeln dieser Stadt erspüren. Es gibt hier so viel Beeindruckendes zu entdecken und zu zeigen! Wenn königlicher Besuch, Bundespräsidenten oder andere Staatsgäste nach Schleswig-Holstein kommen, zeigen wir ihnen deshalb das Unesco-Weltkulturerbe Lübeck. Es stimmt, wenn es heißt, dass in Kiel zwar regiert, aber in Lübeck repräsentiert wird.

Wer Lübeck dabei lediglich als hübsche Marzipanstadt stilisiert, der überzuckert die Vielfalt, die Lübeck heute bietet. Denn aus Lübeck kommen wichtige Impulse und Trends. Als Standort ist die Stadt führend in der Medizintechnik, spitze in der Forschung und nach wie vor die kulturelle Hochburg Schleswig-Holsteins. Und mit seinem Hafen ist die Stadt unser wichtigstes Tor in den Ostseeraum.

Medizintechnik und Ernährungswirtschaft sind die bekannten ökonomischen Aushängeschilder der Stadt. Hier ist Lübeck überdurchschnittlich stark. Lübecks Unternehmen mischen mit Erfolg auch auf den neuen Märkten mit. Die Region Lübeck entwickelt sich zu einem modernen und angesagten Standort für Unternehmer aus der digitalen Branche. Das ist gut für Schleswig-Holstein.

Die Hansestadt hat mit 8,5 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote unter den großen Städten in Schleswig-Holstein. Der Aufschwung wird auch von der Wissenschaft in der Hansestadt gestützt. Mit dem Titel „Wissenschaftsstadt“ schmückt sich Lübeck zu Recht.

Ich denke, die Lübeckerinnen und Lübecker sind deshalb bis heute so überaus erfolgreich, weil sie neugierig auf die Welt sind. Sie hatten schließlich schon immer eine Neugier auf die Welt hinter dem Holstentor, hinter der Stadtmauer.

Lübecker sind Weltbürger. Das muss inzwischen in die Gene übergegangen sein.Was mich so fasziniert ist, dass die Lübecker Geschichte geschrieben haben, weil sie ihrer Zeit voraus waren. Schon im 13.

Jahrhundert war in dieser Stadt eine zutiefst moderne Idee zu Hause. Es ging darum, freien Handel zu treiben. Weltumspannend und nach festen Regeln. Mit verlässlicher Gerichtsbarkeit. Was für ein Fortschritt! Die Hanse stand für eine Gemeinschaft, die über Grenzen hinweg wirkte. Schleswig-Holstein tut gut daran, sich diesem Erbe verpflichtet zu fühlen. Deshalb pflegen wir unsere internationalen Kontakte. Gerade in diesen unübersichtlichen Zeiten ist das wichtiger denn je.

Das Land Schleswig-Holstein ist angewiesen auf die blühende Hansestadt und ihr Umland. Weil Lübeck so bedeutend für die Gesamtentwicklung in Schleswig-Holstein ist, kümmert sich die Landesregierung entsprechend. Wir haben mit Zuschüssen einzelbetriebliche Investitionen und Innovationen angeschoben und damit ein Investitionsvolumen von 63 Millionen ausgelöst.

Wir haben auch in das hübsche Gesicht der Stadt investiert, zum Beispiel am Priwall und bei den Hotelförderungen. Gefördert haben wir außerdem die Sanierung der MuK, Projekte der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik sowie vom Centrum Industrielle Biotechnologie.

Für die weitere Entwicklung Lübecks bin ich zuversichtlich. Sie werden hier mit der Festen Fehmarnbelt-Querung eine neue Verkehrsachse bekommen, die noch einmal Dynamik und Wachstum verspricht.

Ich meine, Sie haben als Lübeckerinnen und Lübecker allen Grund, mit Stolz und Zuversicht auf Ihre Stadt zu schauen. Wenn ich in die Stadt der sieben Türme, zur Königin der Hanse, in die Stadt der Künste und der Wissenschaft komme, finde ich’s hier regelmäßig sehr, sehr schön.

LN

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