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Kommentar Wenn du verändern willst, fang an!
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22:47 30.10.2013
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Das 500. Reformationsjubiläum nähert sich mit Riesenschritten. Gibt es etwas zu feiern — oder soll es eher ein Gedenken werden? Luther, Zwingli, Melanchthon, Calvin — sie waren die Protagonisten einer Volksbewegung. Anfänglich war diese Bewegung lediglich ein Versuch, die Römische Kirche zu reformieren — also zu erneuern. Doch schon bald traten unüberbrückbare Differenzen zutage. Was mit theologischen Debatten begann, legte 100 Jahre später, im 30-jährigen Krieg, halb Europa in Schutt und Asche. Der Reformationstag wird daher heutzutage von vielen gläubigen Christen als ambivalent erlebt.

Die Welt und das theologische Denken haben sich weiterentwickelt. Gott sei Dank! Längst arbeiten vor Ort evangelische und katholische Gemeinden gut zusammen: vom Einschulungsgottesdienst über den Seniorenausflug bis hin zur ökumenischen Trauung oder dem tatkräftigen Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit.

Reformationstag 2013 ist also ganz sicher kein Anlass, die bestehenden dogmatischen Unterschiede zu zelebrieren. Wenn es um die Ökumene geht, dann ist der Reformationstag eher ein Stachel im Fleisch: Wieso geht nicht noch mehr gemeinsam? Wie überwindet man Grenzen? Mit Energie, Mut, gutem Willen und ganz viel Gottvertrauen.

Martin Luther soll einmal gesagt haben: „Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“. Resignation ist keine christliche Haltung. Bischöfin Kirsten Fehrs wird heute in Lübeck zusammen mit Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer ein Apfelbäumchen als Hoffnungssymbol pflanzen. An der Grenze zur ehemaligen DDR, direkt neben der Grenzdokumentationsstelle Schlutup, wird am Reformationstag deutlich gemacht: Aus kleinen Anfängen können große Dinge wachsen. Ein sehr passendes Symbol für den Reformationstag also, der uns immer wieder vor Augen führt: Wenn Du etwas verändern willst, fang an! Nicht irgendwann, sondern heute. Pflanz einen Baum, auch wenn er erst in einigen Jahren Früchte tragen wird. Gott macht uns dazu immer wieder Mut — wenn das kein Grund zum Feiern ist!

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