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Wetter Hitze in Hamburg und Schleswig-Holstein: Rekord verpasst
Mehr Wetter Hitze in Hamburg und Schleswig-Holstein: Rekord verpasst
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18:48 07.08.2018
Die 30 Grad-Markierung an einem Thermometer steht vor der Sonne. Quelle: Patrick Seeger/archiv
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Hamburg/Kiel

Hamburg und Schleswig-Holstein haben am Dienstag einen Hitzerekord verpasst: Bis zum späten Nachmittag stiegen die Temperaturen örtlich bis auf 36 Grad. In der Elbmetropole bleibt der bislang heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen der 9. August 1992. Damals wurden 37,3 Grad gemessen. In Schleswig-Holstein kletterte die Temperatur am selben Tag in Lübeck sogar auf 38,0 Grad. „Die exakten Maximalwerte liegen erst nach 20.00 Uhr vor, aber es lässt sich schon jetzt sagen, dass es in den beiden Bundesländern keinen neuen Hitzerekord landesweit gegeben hat“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes am frühen Abend der Deutschen Presse-Agentur.

Während das heiße Wetter an Nord- und Ostsee erneut für volle Strände und Badefreuden sorgten, gab es in Hamburg auch negative Auswirkungen: Die Alsterschwäne mussten erstmals in einem Sommer in ihr Winterquartier gebracht worden. Schwanenvater Olaf Nieß fing am Dienstag mit mehreren Helfern rund 40 Tiere an der Rathausschleuse ein, um sie in den Eppendorfer Mühlenteich zu bringen. Dort verbringen die Vögel normalerweise nur den Winter, weil der Teich mit Hilfe von Pumpen eisfrei gehalten werden kann. Jetzt sollen sie vorübergehend zur Beobachtung in einem abgetrennten Bereich des Gewässers bleiben.

In den vergangenen Tagen waren vier tote Schwäne gefunden worden. Ob sie in Folge der Hitze starben, ist unklar. „Wir haben relativ deutliche Vermutungen, aber die Untersuchungen der zuständigen Stellen laufen noch“, sagte Nieß. Das Wasser der Alster sei derzeit 27,5 Grad warm. Im Eppendorfer Mühlenteich ist es nicht kälter, aber es gebe dort keine Algenbildung, sagte der Schwanenvater.

In Hamburg soll zurzeit kein Wasser aus Seen oder Flüssen entnommen werden - wegen der schlechten Wasserqualität. Das teilte die Umweltbehörde am Dienstag mit. Es gebe die Anweisung an Hauseigentümer, nicht auf anliegende Gewässer zurückzugreifen - sei es, um den Rasen zu besprengen oder das Auto zu waschen.

Die anhaltende Hitze und Trockenheit hat zu einer Wasserknappheit in Hamburgs Gewässern geführt. Außerdem hat das Wasser laut Umweltbehörde derzeit eine sehr schlechte Qualität, weil es einen drastischen Sauerstoffverlust sowie eine Algenblüte gibt. Besonders der Stadtteil Wandsbek sei betroffen. Dort kam es in der vergangenen Woche auch zu einem massiven Fischsterben.

Hamburgs Trinkwasserspeicher sind dagegen gut gefüllt. Im Vergleich zum nassen Jahr 2017 stieg der Wasserverbrauch dieses Jahr um vier Prozent. Laut Umweltbehörde ist diese Steigerung marginal.

An den Nord- und Ostseestränden lockten nach Angaben des Bundesamtes für ungewöhnlich warme Wassertemperaturen zum Baden - etwa in Westerland mit bis zu 22 Grad nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie. „An der Ostsee am Weißenhäusser Strand stieg die Wassertemperatur sogar auf 25 Grad“, sagte Rainer Lehmkuhl von der örtlichen DLRG. Einen Sommer wie diesen habe er in 36 Jahren als DLRG-Helfer am Weißenhäuser Strand noch nicht erlebt. Sämtliche Strandkörbe seien ausgebucht, manche Gäste kämen jetzt extra morgens früher, um noch einen zu bekommen.

In den Küstengewässern der Nord- und Ostsee gab es nach Angaben des zuständigen Kieler Sozialministeriums derzeit keine Beeinträchtigungen durch Algen. Über Quallen führt das Ministerium keine Angaben. Am Timmendorfer Strand und in der Eckernförder Bucht gab es aktuell nach Angaben von DLRG-Mitarbeitern keine Feuerquallen. „Aber das hängt jeweils vom Wetter ab und kann sich täglich ändern“, sagte ein DLRG-Mitarbeiter.

Derzeit treten Blaualgen in schleswig-holsteinischen Binnengewässern nicht in nennenswerten Konzentrationen auf. Befristete Badeverbote wegen starker Algenanschwemmungen gibt es laut Ministerium an vier Badestellen in Schleswig-Holstein: An den Badestellen „Borgdorfer See, Am Campingplatz“ (Gemeinde Borgdorf-Seedorf, Kreis Rendsburg-Eckenrförde), „Borgdorfer See, TUS-Norddorf“ (Gemeinde Borgdorf-Seedorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde), „Borgdorfer See, Schulkoppel“ (Gemeinde Borgdorf-Seedorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde) sowie „Herrenteich“ (Gemeinde Reinfeld, Kreis Stormarn). An der Gemeindebadestelle Bossee (Gemeinde Westensee, Kreis-Rendsburg-Eckernförde) gilt aufgrund von Anschwemmungen von Algen an der Badestelle vorsorglich eine Badewarnung.

dpa/lno

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