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Astronautin-Casting: Die erste deutsche Frau macht sich auf den Weg ins All

Ab ins Weltall Astronautin-Casting: Die erste deutsche Frau macht sich auf den Weg ins All

Das Projekt „Die Astronautin“ stellt 70 ausgewählte Bewerberinnen vor. Im kommenden Frühjahr werden zwei Frauen für die Ausbildung zur Astronautin ausgewählt.

70 Frauen kamen in die Vorauswahl.

Quelle: dpa

Berlin. Irgendwo in der Menge der etwa 70 jungen Frauen steht sie: Die erste deutsche Astronautin. Sie könnte mit Vornamen Corinna heißen, Stefanie oder Thorid. Sie könnte als Pilotin, Mikrobiologin oder Raketentechnikerin arbeiten. Sicher ist nur: Eine der an diesem heißen Mittwochabend im Berliner Veranstaltungshaus „Axica“ versammelten Frauen soll noch vor dem Jahr 2020 als erste Deutsche ins All fliegen. Inmitten der in blauen Polo-Hemden gekleideten Bewerberinnen steht eine strahlende Claudia Kessler, die sich mit Anfang 50 etwas abhebt von den jungen Frauen. „Ich bin ganz gerührt, zu sehen, wie viele Astronautin-Anwärterinnen wir hier haben“, sagt die Initiatorin des Projektes "Die Astronautin".

Kessler hegt den Traum vom Flug ins All seit ihrer Kindheit. Doch die Raumfahrtingenieurin war entweder zu jung oder zu alt, wenn die Europäische Weltraumorganisation (ESA) gerade Astronauten suchte. Kessler ist eine der wenigen Topmanagerinnen der Raumfahrtbranche. Sie leitet die deutsche Niederlassung eines Unternehmens, das Fachkräfte in der Luft- und Raumfahrtindustrie vermittelt. Nebenbei sucht Kessler nun Deutschlands erste Astronautin. Unterstützt wird Kessler von Brigitte Zypries (SPD), Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium und Koordinatorin der Bundesregierung für deutsche Raumfahrt. „Ich finde, es ist Zeit, das eine deutsche Frau ins Weltall fliegt“, sagt Zypries. Unter den etwa 550 Menschen im Weltall seien rund 60 Frauen gewesen. Doch aus Europa seien bislang nur Frauen aus Großbritannien, Frankreich und Italien im All gewesen. Zypries und Kessler betonen, das Projekt solle vor allem mehr Frauen zu einem naturwissenschaftlichen oder technischem Studium inspirieren. Als Alexander Gerst im Jahr 2014 als elfter Deutscher in den Weltraum flog, trat er mit seinen Aktivitäten in den sozialen Medien eine neue Aufmerksamkeitswelle für die Raumfahrt los. Nach diesem Muster will Kessler nun Frauen ansprechen.

Mehr als 400 Frauen bewarben sich über die Website dieastronautin.de. Kessler spricht von „Gänsehautmomenten“ beim Schauen der obligatorischen Bewerbungsvideos. Ihr stellten sich ein Kampfjet-Pilotinnen, eine Unternehmensberaterin und viele von Deutschland besten Naturwissenschaftlerinnen vor. Die erste Runde überstanden 120 von ihnen, rund 70 kamen nach Berlin. Eine von ihnen ist Thorid Zierold aus Chemnitz. Die 38-Jährige forscht an Urzeitkrebsen, von denen die Geoökologin auch schon welche zur Internationalen Raumstation (ISS) schickte. „Sie haben überlebt, jetzt will ich meinen Tieren hinterher reisen“, sagt Zierold lachend. Der Flug ins Weltall sei auch ihr Kindheitstraum. Die Downhill-Fahrerin bringt erkennbar die körperlichen Voraussetzungen mit. Es fällt auf, dass die in Berlin versammelten Frauen nicht nur hervorragende Bildungsabschlüsse haben, sondern auch durchweg sportlich sind. „Die machen oft Sportarten, da muss man nachgucken, was das ist“, sagt Claudia Stern. Die ärztliche Direktorin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) leitet das dreistufige psychologische und medizinische Auswahlverfahren, an dessen Ende zehn Bewerberinnen übrig bleiben.

Aus den zehn wird Kessler mit einer Jury, darunter Airbus-Chef Tom Enders, im kommenden Frühjahr zwei Frauen für die Ausbildung zur Astronautin auswählen. Diese soll dann einen kommerziellen Flug ins All absolvieren, für den noch Sponsoren gesucht werden. 30 Millionen Euro werde der Zehn-Tage-Trip ins Weltall kosten, sagt Kessler. In dieser Zeit solle ernsthafte Forschung betrieben werden. Zum Beispiel will der voraussichtliche wissenschaftliche Leiter des Projekts, Hanns-Christian Gunga von der Charité Berlin, die bei Frauen unterschiedliche Körpertemperaturregulierung näher erforschen. Des Weiteren geht es um die Gruppendynamik unter Astronauten, wenn eine Frau dabei ist. Das könnte eines Tages bei der langen Reise zum Mars relevant werden. Gunga weiß aus früheren Forschungen: „Frauen sind stabilisierend für Gruppen.“

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