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Aus 1 mach 4: Giraffen artenreicher als angenommen

Frankfurt Aus 1 mach 4: Giraffen artenreicher als angenommen

Die Giraffen Afrikas unterscheiden sich in Farbe und Fleckenmuster. Das seien lediglich Unterarten, hieß es bislang. Eine neue Analyse zeigt: Gleich vier Giraffenarten schreiten durch die Savanne.

Frankfurt. Entgegen früherer Annahmen gibt es mehr als eine Giraffenart. Forscher nahmen das Erbgut von knapp 200 Giraffen aus ganz Afrika unter die Lupe und kamen zu dem Schluss: Es gibt vier Arten, die sich genetisch deutlich voneinander abgrenzen.

Bisher waren Wissenschaftler lediglich von mehreren Unterarten ausgegangen, die sich in Färbung und Fleckenmuster unterscheiden.

Die Wissenschaftler, darunter Forscher von der Frankfurter Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung, veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal „Current Biology“. Bei den vier Arten handele es sich um Süd-Giraffe, Netz-Giraffe, Massai-Giraffe und Nord-Giraffe, sagte der Senckenberg-Genetiker Axel Janke. „Genetisch sind sie etwa so unterschiedlich wie Eisbär und Braunbär.“

Die Giraffenschutzorganisation Giraffe Conservation Foundation (GCF) und ihr Direktor Julian Fennessy hatten für die Erbgut-Analyse mehr als zehn Jahre lang Gewebeproben verschiedener Tiere gesammelt. „Trotz ihres ähnlichen Aussehens sollten die vier Giraffenarten als eigenständige Arten betrachtet werden“, fasst Janke die Ergebnisse zusammen. Die verschiedenen Arten zeugen zwar in Zoos miteinander Nachwuchs, in freier Wildbahn paaren sie sich laut Janke aber nicht.

Die Ergebnisse haben auch für den Artenschutz Bedeutung. Insgesamt gibt es laut GCF zwar noch etwa 90 000 Giraffen. Die einzelnen Spezies kommen aber weitaus seltener vor: „Von einigen Arten gibt es nur noch 3000 bis 5000 Exemplare“, warnte Janke. „Das heißt, die Gefährdung ist etwa auf dem gleichen Niveau wie bei Nashörnern.“

Hanke und Fennessy plädieren für einen besseren Schutz der langhalsigen Tiere. Ihre Zahl sei in den vergangenen 30 Jahren um mehr als 35 Prozent zurück gegangen sei - hauptsächlich wegen Wilderei, den Folgen des Klimawandels und dem Verlust von Lebensraum.

dpa

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