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Belästigungsvorwürfe gegen Harvey Weinstein

US-Starproduzent Belästigungsvorwürfe gegen Harvey Weinstein

Die Vorwürfe wiegen schwer: Hollywoods bekanntester Produzent soll über Jahrzehnte hinweg Schauspielerinnen und Angestellte sexuell belästigt haben. Doch Harvey Weinstein setzt sich zur Wehr.

Produzent Harvey Weinstein.

Quelle: AP

New York. Hollywoods bekanntester Produzent will die „New York Times“ auf 50 Millionen Dollar verklagen. Wegen Verleumdung und Rufschädigung. Die Zeitung hatte eine Story veröffentlicht, in der die Schauspielerin Ashley Judd und acht ehemalige Mitarbeiterinnen des Film-Moguls ihm sexuelle Belästigung vorwerfen.

Laut Bericht habe der sechsfache Oscargewinner „seit Jahrzehnten sexuelle Belästigung betrieben und mindestens acht Mal Frauen Schweigegeld gezahlt“. Die „New York Times“ interviewte insgesamt acht Frauen – darunter ehemalige Assistentinnen und Starlets – die alle ähnliche Vorwürfe gegen Weinstein erhoben: Er sei teilweise oder ganz nackt vor ihnen aufgetaucht, habe sie dazu gezwungen, anwesend zu sein, wenn er badete und habe sie um Massagen gebeten oder selbst ungefragt welche gegeben. Was vor sich ging, sei ein offenes Geheimnis gewesen.

Die Schauspielerinnen Rose McGowan und Ashley Judd erheben schwere Vorwürfe gegen Harvey Weinstein

Die Schauspielerinnen Rose McGowan und Ashley Judd erheben schwere Vorwürfe gegen Harvey Weinstein.

Quelle: AP

Der Artikel beginnt mit Judds Erinnerungen an einen Vorfall vor 20 Jahren im Peninsula Beverly Hills Hotel, in das Weinstein sie geladen hatte. Zu ihrer Überraschung fand das Meeting in dessen Suite statt. Laut Judd trug Weinstein nur einen Bademantel. Er habe sie dann gefragt, ob sie ihm eine Massage geben oder wenigstens seine Schultern reiben könnte. Judd lehnte ab.

Dann habe Weinstein sie in Richtung Badezimmer geführt: „Er wollte wissen, ob ich ihm beim Duschen zusehen würde. Ich habe zu allem Nein gesagt und er kam mit immer etwas Neuem. Es war wie Verhandlung unter Druck. Ich fühlte mich gefangen und habe Panik bekommen.“ Um aus der Suite zu entkommen, ohne dass es Auswirkungen auf ihre berufliche Karriere haben würde, habe sie gewitzelt: „Wenn du mich anfassen willst, dann musst du mir erst einmal einen Oscar verschaffen.“

Weinstein zahlte Schweigegeld

Ein anderes Beispiel: Mitarbeiterinnen hätten einer Anwältin geraten, zum Meeting einen Parka zu tragen, um vor ungewollten Avancen sicher zu sein. „Er war unglaublich manipulativ und hat es dargestellt, als sei ich komisch, weil ich seine Avancen abgelehnt habe. Ich habe mich gefragt, ob ich das Problem sei“, sagte Laura Madden, die Anfang der 90er Jahre für Weinstein tätig war.

Weinstein habe einigen der Frauen Abfindungen zwischen 80.000 und 150.000 Dollar gezahlt, berichtet die „New York Times“. Als Gegenleistung hätten sie ihre Anschuldigungen zurückziehen müssen und nicht darüber sprechen dürfen.

Der Produzent zeigte sich einsichtig

Eine Abfindung soll auch Rose McGowan erhalten haben. Hintergrund sei ein Vorfall in einem Hotelzimmer 1997 während des Sundance Film Festivals gewesen. Die Schauspielerin („Zauberhafte Hexen“) bekam laut Dokumenten 100.000 Dollar. Die Zahlung durfte allerdings „nicht als Schuldeingeständnis gesehen werden, sondern als Vermeidung eines Gerichtsstreits.“

Bevor er auf Konfrontationskurs ging, schien sich Weinstein einsichtig zu zeigen. „Ich weiß, dass mein Verhalten gegenüber Kollegen viel Schmerz verursacht hat. Ich bin in einer Zeit groß geworden, wo die Regeln am Arbeitsplatz und die Kultur anders war. Ich versuche mich zu bessern, weiß aber, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe“, sagte der Produzent.

Weinstein gilt als einer der einflussreichsten Produzenten

Warum er jetzt gegen die New York Times ins juristische Feld ziehen will, verrät Weinstein der „New York Post“: „Ich sehe mich zwar in der Verantwortung für mein Verhalten, aber die ‚Times‘ hat mich belogen. Und dann einen fahrlässigen Bericht gebracht, weil sie schon lange eine Vendetta gegen mich führt.“ Zu Ashley Judds Vorwürfen gegen ihn äußert er sich nur indirekt: „Ich habe sie niemals angefasst. Sie hat danach auch noch zwei Filme mit mir gemacht. Ich verstehe aber auch, dass sie eine harte Zeit durchmacht. Ich habe ihre Autobiografie gelesen, wo sie darüber spricht, dass sie als Kind sexuell missbraucht wurde und Depressionen hatte. Ich respektiere sie und werde mich vielleicht in einem Jahr bei ihr melden.“

Weinstein gilt als einer der einflussreichsten Produzenten Hollywoods. Gemeinsam mit seinem Bruder Bob betrieb er lange das Filmstudio Miramax und gründete später die Weinstein Company. Unter anderem produzierten sie die Filme von Regisseur Quentin Tarantino.

Von RND/sin/iro

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