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Chaos in Griechenland - Versorgung syrischer Flüchtlinge gesichert

Genf/Athen Chaos in Griechenland - Versorgung syrischer Flüchtlinge gesichert

Die mangelnde Versorgung syrischer Flüchtlinge im Nahen Osten galt als ein Auslöser der Flüchtlingskrise im Westen. Nun halten die Geberländer finanzielle Zusagen ein. An der chaotischen Lage in Griechenland ändert das aber zunächst nichts.

Hunderte verzweifelte Migranten versuchten, den Sperrzaun zwischen Griechenland und Mazedonien zu stürmen und in das Nachbarland durchzubrechen. Grenzpolizisten setzen Tränengas ein.

Quelle: LOUISA GOULIAMAKI

Genf/Athen. Die im vergangenen Jahr gekürzte Ernährungshilfe für Millionen Syrer in den Ländern des Nahen Ostens ist nach UN-Angaben bis Jahresende wieder gesichert. Damit erhalten Flüchtlinge vom 1. März an eine Grundversorgung an Nahrungsmitteln. Dank der Spenden - vor allem aus Deutschland - könnten die Vertriebenen in Jordanien, Libanon, Irak und Ägypten wieder voll versorgt werden, teilte das Welternährungsprogramm der UN (WFP) am Montag in Genf mit. Die schlechte Versorgungslage galt 2015 als einer der wichtigsten Ursachen für weitere Flucht der Menschen nach Europa.

Verzweifelte Flüchtlinge versuchten am Montag, den Grenzzaun nach Mazedonien zu stürmen. Die Bildergalerie zeigt Eindrücke von der Lage vor Ort.

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In Griechenland eskalierte die Lage vor dem Grenzzaun Mazedoniens weiter. Hunderte verzweifelte Migranten versuchten, den Sperrzaun zu stürmen und in das Nachbarland durchzubrechen. Zwischen Idomeni und Gevgelija rissen sie mit einfachen Werkzeugen Teile des von Mazedonien errichteten Grenzzauns nieder. Eine dauerhafte Öffnung des Tores gelang ihnen aber nicht. Die mazedonischen Grenzpolizisten setzten massiv Tränengas gegen die Flüchtlinge ein, die sich daraufhin teils in Panik auf griechisches Territorium zurückzogen.

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Die Länder an der Balkanroute - Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien - hatten sich unter Führung Österreichs darauf verständigt, täglich nur noch bis zu 580 Migranten nach Norden durchzulassen. Da der Zustrom der Menschen aus der Türkei nach Griechenland anhält, sitzen nach Medienberichten dort schätzungsweise 25 000 Menschen fest - mit steigender Tendenz.

Die EU-Kommission bereitet deshalb Notfallpläne für Griechenland und andere Länder auf der Balkanroute vor. Zu den geplanten Schritten gehörten die Verstärkung von Aufnahmekapazitäten oder die Kontrolle von Grenzen, sagte eine Sprecherin der Behörde.

Griechenland habe mitgeteilt, welche Art von Unterstützung gewünscht werde, sagte die Kommissionssprecherin. Die Gespräche dazu liefen bereits seit Mitte des Monats. Beim Sondergipfel der EU-Chefs mit der Türkei am 7. März wird es auch um die zugespitzte Lage in Griechenland gehen sowie um die Zusammenarbeit mit der Türkei. Von dort kommen die meisten Flüchtlinge nach Europa.

Die Vereinten Nationen warnten vor nationalen Alleingängen in der Flüchtlingskrise. Migration und Flucht erforderten eine weltweite Teilung von Verantwortung, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad Al-Hussein, in Genf zu Beginn der 31. Sitzung des Menschenrechtsrats. „Immer höhere Mauern zu bauen als Reaktion auf die Flucht dieser verzweifelten Menschen, ist ein Akt der Grausamkeit und Selbsttäuschung“, fügte er hinzu.

Erstmals seit dem Beginn der Waffenruhe in Syrien trafen Hilfslieferungen in einer belagerten Stadt ein. Die ersten von insgesamt 50 Lastwagen hätten am Montag den vom Regime eingekreisten Ort Muadamija südwestlich der Hauptstadt Damaskus erreicht, teilte die UN-Organisation für humanitäre Hilfe (OCHA) mit.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sprach in Bezug auf die finanziell gesicherte Ernährungshilfe für Syrer von einer hoffnungsvollen Nachricht. „Dem Nahrungshilfeprogrammen müssen jetzt weitere tatkräftige Schritte der EU und der Weltgemeinschaft folgen, um den Flüchtlingen vor Ort Bleibeperspektiven zu schaffen - Ausbildung, Arbeit und Beschäftigung“, sagte Müller in Berlin.

Auf der Londoner Geber-Konferenz Anfang Februar hatte sich die internationale Gemeinschaft zur Zahlung von neun Milliarden Euro für humanitäre Zwecke verpflichtet. Für das WFP-Programm stehen 675 Millionen Dollar (617 Millionen Euro) zur Verfügung. Allein Deutschland zahlt 623 Millionen Dollar. „Diese Großzügigkeit bedeutet, dass wir in der Region 1,8 Millionen Flüchtlinge und in Syrien selbst 4,5 Millionen Menschen, die auf unsere Programme angewiesen sind, mit dem Nötigsten versorgen können“, sagte WFP-Direktorin Ertharin Cousin.

Unter starkem Polizeischutz begann im nordfranzösischen Calais die umstrittene Räumung des als „Dschungel von Calais“ bekannten Baracken- und Zeltlagers. Provisorische Unterkünfte der Migranten wurden mit Hilfe von Baumaschinen und Einsatzkräften eingerissen. Gegen die Aktion gab es Protest. In Calais sammeln sich seit Jahren Menschen, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Sie versprechen sich dort bessere Chancen und beantragen deswegen kein Asyl in Frankreich.

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