Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 3 ° wolkig

Navigation:
Eisschmelze ließ massenhaft Methan entweichen

Krater am Meeresgrund Eisschmelze ließ massenhaft Methan entweichen

Riesige Krater am Grund der Barentssee zeigen, dass Methan nach der letzten Eiszeit explosionsartig aus dem Meeresboden entwich. Dabei gelangte das Treibhausgas vermutlich auch in die Atmosphäre. Das könnte sich durch den Klimawandel wiederholen, vermuten Forscher.

Das undatierte Handout zeigt massive Krater, die sich vor rund 12.000 Jahre gebildet haben. Aus den Kratern treten Methan und andere Gase aus.

Quelle: Andreia Aletia Plaza Faverola/cage

Oslo. Nach der letzten Eiszeit sind riesige Mengen Methan explosionsartig aus dem arktischen Meeresboden entwichen. Forscher fanden am Grund der Barentssee zwischen Spitzbergen und Norwegen Hunderte Krater, die klar auf dieses Phänomen schließen lassen.

Mehr als 100 davon haben einen Durchmesser von 300 bis 1000 Metern und sind bis zu 30 Meter tief. Im Fachblatt „Science“ folgert das Team, dass sich große, unter massivem Druck stehende Methanspeicher vor rund 12 000 Jahren entluden, nachdem sich der darüber liegende Eispanzer zurückgezogen hatte. Solche Szenarien könnten sich bei einem Rückzug heutiger Eisschilde möglicherweise wiederholen, mahnen sie.

Methan (CH4) trägt zur Erwärmung der Erde bei, der Treibhauseffekt ist etwa 25 Mal stärker als der von Kohlendioxid (CO2). Der arktische Ozeanboden beherbergt riesige Mengen Methan in Form von Methanhydrat, einer Eis-artigen Mischung aus Gas und Wasser, die unter hohem Druck und bei kalten Temperaturen stabil ist. Methanhydrat kommt den Forschern zufolge vielerorts unter dem Meeresgrund vor, aber auch an Land unter Permafrostböden.

Auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit vor etwa 20 000 Jahren war Methanhydrat im Boden der Barentssee unter einer kilometerdicken Eisschicht gefangen. „Der Kraterbereich war während der letzten Eiszeit von einer dicken Eisdecke bedeckt, genau wie heute die West-Antarktis“, wird Erstautorin Karin Andreassen von der norwegischen Universität Tromsø in einer Mitteilung ihrer Uni zitiert.

Sie vergleicht das Szenario mit einem Schnellkochtopf. Das Gas sei über Jahrtausende aus tieferen Schichten kontinuierlich nach oben gestiegen und habe unter der Eisdecke enormen Druck aufgebaut, so Andreassen. „Diese Haufen standen Jahrtausende unter Druck, und dann verschwand der Deckel. Sie kollabierten einfach und entließen das Methan in die Wassersäule.“ Zurück blieben die verräterischen Krater.

In dem Meeresgebiet entweicht an mehr als 600 Stellen noch immer Methan ins Wasser, aber in vergleichsweise geringer Menge. Dabei wird das Gas im Wasser gelöst und gelangt somit nicht in die Atmosphäre - anders als vermutlich bei den explosionsartigen Ausbrüchen.

Die Forscher wollen nun klären, ob sich solche Szenarien wie vor 12 000 Jahren wiederholen können, etwa wenn sich heutige Eisschilde zurückziehen oder Permafrostböden auftauen. Dann steige die Gefahr, dass auch dort Methan in großen Mengen entweicht, so Andreassen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus aller Welt
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den Dezember 2017 zu sehen!

Lübeck zahlt Studenten künftig 100 Euro Begrüßungsgeld. Eine gute Idee?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kreuzwort

Auch online wartet täglich ein neues Rätsel auf Sie. Jetzt rätseln!

Sudoku

Bleiben Sie geistig aktiv – mit japanischem Gehirnjogging.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr