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Erderwärmung könnte Fortschritte beim Ozon zunichte machen

Studie Erderwärmung könnte Fortschritte beim Ozon zunichte machen

Eine stärkere Erderwärmung könnte einer Studie zufolge die Fortschritte bei der Ozon-Reduzierung in Europa wieder zunichte machen.

Sonnenaufgang über Erfurt. Die Ozonbelastung bleibt ein großes Umweltproblem.

Quelle: Sebastian Kahnert

Paris. Eine stärkere Erderwärmung könnte einer Studie zufolge die Fortschritte bei der Ozon-Reduzierung in Europa wieder zunichte machen.

Wenn der Ausstoß der Vorläuferstoffe nicht verringert werde, könnten die Richtwerte für bodennahes Ozon im Mittelmeerraum künftig an bis zu 100 Tagen überschritten werden, schreiben französische Forscher um Audrey Fortems-Cheiney vom Umwelt-Institut Pierre Simon Laplace. Dies hätte große Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und auch auf die Pflanzen. Die Studie wurde im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht.

Die Ozonbelastung bleibe ein großes Umweltproblem in Europa, betonen die Wissenschaftler. Aktuelle Bemühungen bei der Gesetzgebung zielten daher darauf ab, die Vorläuferstoffe von Ozon zu verringern. Dabei handelt es sich vor allem um Stickstoffoxide und flüchtige organische Stoffe - vor allem aus dem Straßenverkehr und aus Lösemitteln.

Die Forscher haben in ihrer Studie zwei verschiedene Szenarien verglichen: Im ersten Szenario werden die Treibhausgas-Emissionen nicht verringert und die globale Temperatur steigt etwa bis Mitte des Jahrhunderts um drei Grad. Hier wäre das Ozon-Niveau nach den Berechnungen um acht Prozent höher als in einem zweiten Szenario, in dem es eine moderate Verringerung der Emissionen gibt und eine Erderwärmung um zwei Grad. Betroffen seien dann vor allem Regionen mit viel Industrie, große Metropolen und Südeuropa.

Der Unterschied sei auch auf höhere Methan-Konzentrationen zurückzuführen. Methan ist vor allem als klimarelevantes Gas bekannt; es führt aber auch zu einer höheren Ozon-Bildung. Die Wissenschaftler weisen daher darauf hin, dass die Anstrengungen verstärkt werden müssen, die Ozon-Vorläuferstoffe zu verringern - aber auch die globale Methan-Konzentration. Methan entsteht unter anderem bei der Haltung von Rindern, beim Reisanbau aber auch in Klärwerken und Mülldeponien.

dpa

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