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Forscher stellen ersten globalen Pflanzenbericht vor

London Forscher stellen ersten globalen Pflanzenbericht vor

Wie viele Pflanzen gibt es auf der Welt? Welche von ihnen sind gefährdet? - Antworten auf diese Fragen gibt nun erstmals ein Bericht britischer Wissenschaftler.

London. Britische Forscher haben erstmals einen umfassenden Bericht zum Zustand der globalen Pflanzenwelt vorgestellt. Im „State of the World’s Plants report“ sind alle bislang bekannten 390 000 Arten von Gefäßpflanzen beschrieben, darunter etwa 370 000 Blütenpflanzen.

Ein Fünftel aller Pflanzenarten ist dem Bericht zufolge vom Aussterben bedroht, schreiben die Experten der Kew Royal Botanic Gardens. Schuld sei oft der Mensch, aber auch Krankheiten und andere Pflanzen können für das Aussterben einer Spezies verantwortlich sein.

Die größte Bedrohung für die Vielfalt von Pflanzen gehe von der Landwirtschaft, Holzgewinnung und Ausdehnung menschlicher Siedlungen aus. Weitere Gründe für den Artenschwund seien Krankheiten und invasive Spezies, die sich in fremder Umgebung ausbreiten und einheimische Pflanzen verdrängen können. Dazu zählen die Forscher rund 5000 Pflanzenarten.

Etwa 2000 Arten wurden erst im vergangenen Jahr entdeckt. Dazu gehört der 100 Tonnen schwere „Gilbertiodendron maximum“, ein Baum der nur im Regenwald von Gabun vorkommt und massiv vom Aussterben bedroht ist. Der fleischfressende Sonnentau „Drosera magnifica“ wurde auf einem Foto auf Facebook als neue Art erkannt. Die meisten neuen Arten wurden in Brasilien, China und Australien entdeckt.

Rund 30 000 Pflanzen werden vom Menschen genutzt, zum Beispiel als Nahrungsmittel oder Rohmaterial für Textilien. Die weitaus größte Gruppe der Nutzpflanzen diene zur Gewinnung von Medikamenten.

Der Bericht beinhaltet auch Informationen über die genetische Verwandtschaft von Pflanzen. Diese könnten dabei helfen, neue Pflanzen als Nutzpflanzen zu entdecken, aber auch Pflanzen zu züchten, die widerstandsfähig gegen Krankheiten und Parasiten sind. Vollständig entziffert sind aber gerade einmal die Genome von 139 Pflanzen.

dpa

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