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Forschger erwarten leichten Rückgang der CO2-Emissionen

Paris Forschger erwarten leichten Rückgang der CO2-Emissionen

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist so hoch wie seit 800 000 Jahren nicht mehr. Doch nun deutet sich für 2015 ein leichter Rückgang der Treibhausgas-Emissionen an. Doch Forscher warnen: Um eine Trendwende auszurufen, ist es noch viel zu früh.

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Rauchende Schornsteine in China: Für 2015 deutet sich ein leichter Rückgang der Treibhausgas-Emissionen an.

Quelle: Wu Hong/archiv

Paris. Trotz Wirtschaftswachstum könnte die Menschheit in diesem Jahr etwas weniger Kohlendioxid (CO2) aus fossilen Brennstoffen in die Atmosphäre pusten. Forscher des „Global Carbon Project“ erwarten weltweit einen Rückgang um etwa 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 35,7 Milliarden Tonnen CO2.

Es sei aber unwahrscheinlich, dass die Emissionen des klimaschädlichen Treibhausgases wirklich schon den Scheitelpunkt überschritten hätten, sagte Corinne Le Quéré von der britischen Universität von East Anglia am Rande der Pariser UN-Klimakonferenz.

Die Vorhersage wurde in den Fachzeitschriften „Nature Climate Change“ und „Earth System Science Data“ veröffentlicht. „Während frühere Rückgänge der Emissionen bei Wirtschaftskrisen aufgetreten sind, wäre dies der erste Rückgang in einer Periode starken Wirtschaftswachstums“, teilte die Hochschule mit.

Die statistische Unsicherheit ist allerdings recht groß: Die Spannbreite der Prognose reicht von einem deutlichen Rückgang der Emissionen um 1,6 Prozent bis zu einem leichten Anstieg um 0,5 Prozent. Die Wissenschaftler stützen sich auf Daten zum Energieverbrauch in China und den USA sowie auf das erwartete Wirtschaftswachstum im Rest der Welt.

Schon im vergangenen Jahr waren die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen und Industrie demnach nur leicht gestiegen (plus 0,6 Prozent). Das ist eine deutliche Verschiebung im Vergleich zum starken Plus im Jahrzehnt davor, in denen der CO2-Ausstoß durchschnittlich um 2,4 Prozent jährlich zulegte.

Eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des CO2-Ausstoßes spielt das dynamische Schwellenland China, 2014 mit mehr als einem Viertel aller Emissionen der weltweit größte Verursacher. Die vorhergesagte Abnahme sei größtenteils auf Chinas in diesem Jahr sinkende Kohle-Nutzung zurückzuführen, erklärte Le Quéré. China hat sich bei seinen eigenen Klimazielen vorgenommen, den Höhepunkt bei den CO2-Emissionen vor 2030 zu erreichen.

„Das ist eine interessante Nachricht“, sagte Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahlen des „Global Carbon Project“ seien verlässlich. Es sei allerdings viel zu früh, eine Trendumkehr auszurufen. Es sei lange bekannt, dass China den Kohle-Ausbau bremse. „Zugleich sind aber weltweit 1000 Gigawatt an Kohlekraftwerken geplant.“

Mit einem dauerhaften Rückgang der Emissionen sei zunächst noch nicht zu rechnen, heißt es denn auch von den Autoren: Das Wachstum in aufstrebenden Volkswirtschaften beruhe weiter vor allem auf Kohle. Zudem sei der Rückgang in manchen Industrieländern noch bescheiden. „Die globalen Emissionen müssen auf nahe Null abnehmen, um eine Klimastabilisierung zu erreichen.“ Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre sei nun auf dem höchsten Wert seit mindestens 800 000 Jahren.

Vertreter von 195 Ländern und der EU verhandeln derzeit in Le Bourget bei Paris über einen Weltklimavertrag, der den Ausstoß von Treibhausgasen begrenzen und so die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß eindämmen soll.


Global Carbon Project zum weltweiten CO2-Budget (ab 17.01 Uhr mit aktuellen Zahlen)
Studie (nach Embargo um 17.01 Uhr)
Entwurf für einen Weltklimavertrag
Webseite der Pariser Klimakonferenz COP 21
Newsroom des UN-Klimasekretariats
Erläuterungen Kyoto-Protokoll auf UN-Website
UNEP-Schätzung zu nationalen Klimaschutzzielen
Übersicht über Finanzzusagen der Geberländer zur Klimafinanzierung
OECD-Bericht zum 100-Milliarden-US-Dollar-Ziel
OECD-Bericht zu Klimazielen
Zielvorgaben der Teilnehmerstaaten, Sammlung des World Resources Institute
Berichte des Weltklimarats
Germanwatch zu Indizien für eine Trendwende in der Klimapolitik

dpa

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