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Klimawandel: Rattenart für ausgestorben erklärt

Sydney Klimawandel: Rattenart für ausgestorben erklärt

Die einzigen Exemplare dieser fast putzigen Mosaikschwanzratten gab es auf einer Mini-Insel in Australien. Die schrumpft aufgrund des Klimawandels. Nun seien die Tiere ausgestorben, sagen Experten.

Sydney. Eine seltene Rattenart ist nach Überzeugung von Wissenschaftlern in Australien ausgestorben. Die Experten machen den Klimawandel dafür verantwortlich.

Die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte (Melomys rubicola) kam nur auf einer 300 mal 100 Meter großen Sandinsel vor. Die Insel Bramble Cay liegt am nördlichsten Ende des Great Barrier Reef, des größten Korallenriffs der Welt. Dort wurde seit 2009 keine Ratte mehr gesichtet.

Dies sei der erste dokumentierte Fall eines Säugetieres, das aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels ausgestorben sei, sagte Luke Leung von der Universität Queensland der Deutschen Presse-Agentur. Er ist Mitautor einer Studie über die Ratten mit dem langen Schwanz, die die Regierung des Bundesstaates Queensland gerade veröffentlicht hat.

„Hauptgrund für das Aussterben sind die hohen Wellen am Strand und die Sturmfluten, die die Insel regelmäßig überschwemmen“, sagte Leung. Durch Erosion sei die Insel deutlich geschrumpft. „Wir haben den Nachweis, dass das Meerwasser die Vegetation zerstört hat, die die Ratte als Nahrung und Zufluchtsort brauchte.“ Die stärkeren Wellen seien auf den Klimawandel zurückzuführen.

„Wir sind uns sehr sicher, dass die Ratte ausgestorben ist“, sagte Leung. Wissenschaftler seien seit 2009 mehrfach auf der Insel gewesen und hätten Kameras aufgestellt. „Sie wurden nie gesichtet. Wir haben keine Spuren und keinen Kot gefunden.“ Die Naturschutzunion IUCN ging 2008 von noch 50 Exemplaren aus. „Ein Taxon (eine Gruppe von Lebewesen) ist ausgestorben, wenn kein begründeter Zweifel vorhanden ist, dass das letzte Individuum gestorben ist“, heißt es dort.

Auch in Zoos oder Zuchtstationen gebe es keine überlebenden Exemplare, sagte Leung. Nach seinen Angaben hatten die Behörden einmal versucht, einige Tiere von der Insel zu holen und zu züchten. Langfristig habe dafür aber das Engagement gefehlt.

Die Ratten wurden Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals beschrieben. Noch in den 70er Jahren hätten Hunderte auf der Insel gelebt, sagte Leung. Die Umweltstiftung WWF rief die Regierung auf, mehr zum Schutz gefährdeter Arten zu tun. Sie verwies auf die verheerenden Folgen der Korallenbleiche, die das Great Barrier Reef in den vergangenen Monaten schwer geschädigt hat. „Das Great Barrier Reef ist jetzt das Gesicht des Klimawandels“, meinte Darren Grover vom WWF.

dpa

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