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Mutter bot ihr Kind zum Sex an

Kinderschänder-Ring zerschlagen - auch ein Segeberger verhaftet Mutter bot ihr Kind zum Sex an

Es sind ungeheure Vorwürfe: Eine Mutter aus Freiburg soll ihren neunjährigen Sohn für Vergewaltigungen verkauft haben. Im Zuge der Ermittlungen zerschlugen Polizei und Staatsanwalt einen internationalen Kinderschänder-Ring und nahmen fünf weitere Verdächtige fest - darunter zwei Männer aus dem Kreis Segeberg und aus Neumünster. Ein weiterer Verdächtiger ist Soldat bei der Bundeswehr.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben einen Pädophilenring zerschlagen.
 

Quelle: dpa

Freiburg. Nach der Zerschlagung eines Pädophilenrings in Baden-Württemberg sitzen auch zwei Männer aus Schleswig-Holstein in Untersuchungshaft. Ihnen werde schwerer sexueller Kindesmissbrauch beziehungsweise der Versuch vorgeworfen, teilten die zuständigen Staatsanwaltschaften am Freitag in Karlsruhe und Kiel mit. 

Ein 43-jähriger aus dem Kreis Segeberg sei bereits am 3. Oktober in Karlsruhe von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden, sagte der Sprecher der örtlichen Staatsanwaltschaft. Der Mann sei zum Missbrauch des Neunjährigen extra nach Karlsruhe gereist. Dessen Eltern hatten ihren Sohn dafür über zwei Jahre mehreren Pädophilen angeboten. Laut LKA soll der Segeberger zuvor auch Tötungsfantasien im Zusammenhang mit einem Kindesmissbrauch geäußert haben. Bei seiner Festnahme durch Spezialkräfte habe der Mann Fesselutensilien dabei gehabt.

Zudem kamen die Ermittler auch auf die Spur eines 32-Jährigen aus Neumünster. Er sitzt dort seit dem 3. November in Untersuchungshaft. Im Rahmen ihrer Ermittlungen im Fall des Jungen war die Polizei auf Filmmaterial stießen, das den Missbrauch eines Mädchens zeigte. Es gelang den Ermittlern, den mutmaßlichen Täter in den Filmen zu identifizieren: Es war der eigene Vater des Kindes. Der 32-Jährige Neumünsteraner wurde festgenommen.

Hintergrund der Ermittlungen ist ein Fall aus Freiburg: Dort hatte ein anonymer Hinweis an das Bundeskriminalamt das Martyrium eines neunjährigen Jungen beendet, dessen eigene Mutter ihn offenbar gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten nicht nur sexuell missbraucht, sondern gegen Geld auch fremden Männern für Vergewaltigungen zur Verfügung gestellt hatte. Die 47-Jährige, ihr 37-jähriger Lebensgefährte sowie sechs weitere Verdächtige aus mehreren europäischen Ländern sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Der Junge befindet sich in staatlicher Obhut – aber er ist offenbar nicht das einzige Opfer des Kinderschänder-Rings. Mehrere Kinder durchlitten den Ermittlungen zufolge die gleichen Qualen wie er.

„Die Dimensionen sprengten das bisher Bekannte“

Die Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) Baden-Württemberg führte dieser Fall an ihre persönlichen Grenzen. Es handele sich um das schwerwiegendste Delikt von sexuellem Missbrauch an Kindern, das die Behörde jemals bearbeitet habe, sagte ein Sprecher: „Die Dimensionen sprengten das bisher Bekannte.“

Am 10. September war der anonyme Hinweis eingegangen, der die Ermittlungen in Gang setzte. Das LKA und die Zentralstelle für Internetermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt a. M. stießen schnell auf die Mutter des Neunjährigen und ihren Partner, die beiden sitzen seit Mitte September in Untersuchungshaft. Zum selben Zeitpunkt befreiten die Ermittler den Sohn der Frau und beendeten damit die Misshandlungen, die nach derzeitigem Stand bereits 2015 begonnen hatten.

Bundeswehrsoldat unter Verdacht

Kurz darauf folgten weitere Festnahmen. Unter den Verhafteten sind ein 40-Jähriger aus dem Großraum Freiburg sowie ein 37-jähriger Schweizer und ein 32-jähriger Spanier. Sie alle sitzen in Deutschland in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, den Neunjährigen an mehreren Orten im Raum Freiburg wiederholt missbraucht und vergewaltigt zu haben – und das offenbar auf besonders grausame und brutale Weise. Mittlerweile haben sich einige Verdächtige den Ermittlern gegenüber geäußert. Details wollte die zuständige Staatsanwaltschaft Freiburg am Donnerstag aber nicht nennen.

Zu den Verdächtigen in dem Fall gehört auch ein 49-jähriger Bundeswehrsoldat. Er wurde am 25. Oktober in seiner Kaserne im Elsass festgenommen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Donnerstag, dass der beschuldigte Soldat aus derselben deutsch-französischen Brigade stammt, der auch der wegen Terrorverdachts angeklagte Oberleutnant Franco A. angehörte. A. hatte sich eine falsche Identität als syrischer Flüchtling verschafft und soll Pläne für Attentate auf Politiker und andere bekannte Personen geschmiedet haben. Laut Ministerium stehen die beiden Fälle inhaltlich aber in keinem Zusammenhang. Der des Missbrauchs an dem Neunjährigen beschuldigte Soldat sei vorläufig vom Dienst enthoben und dürfe keine Uniform mehr tragen. Gegen ihn sei ein gerichtliches Disziplinarverfahren eingeleitet worden, das so lange ruhe, bis der Fall vor dem Zivilgericht abgeschlossen ist.

Von RND/iro

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