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US-Airline lässt Passagier brutal aus Flugzeug zerren

Flug überbucht US-Airline lässt Passagier brutal aus Flugzeug zerren

Flug gebucht und bezahlt - der Platz ist dann in den  USA noch lange nicht garantiert. Ein Fluggast in Chicago musste diese Erfahrung schmerzlich machen. Sicherheitsleute zerrten ihn am Boden liegend aus der Maschine. Nach einem Shitstorm gibt es nun erste Konsequenzen.

Um Platz im Flugzeug zu schaffen, hat die US-Airline United Airlines zu drastischen Maßnahmen gegriffen

Quelle: Audra D. Bridges/AP/dpa

Washington. Die US-Fluggesellschaft United Airlines hat einen Passagier gewaltsam aus der Kabine entfernen lassen, weil das Flugzeug überbucht war. Der Vorstandsvorsitzende von United, Oscar Munoz, entschuldigte sich für den Vorfall vom Sonntag. „Das ist ein Vorfall, der uns bei United alle ärgert“, sagte er laut Mitteilung vom Montag. Das Unternehmen werde sich an den betroffenen Passagier wenden.

Airline-Angestellter „brauchte“ den Platz

Videos von dem Vorfall wurden im Internet millionenfach geklickt und zeigten, wie Sicherheitspersonal einen Mann über den Boden des Kabinengangs zum vorderen Ausgang des Flugzeuges zieht.

Die Fluggesellschaft hatte den Flug von Chicago nach Louisville (Kentucky) überbucht und bat Passagiere, den Flieger wieder zu verlassen, wie unter anderem die Zeitung „Chicago Tribune“ berichtete. Einer der Gründe war demnach, dass eine United-Crew dringend an Bord sollte, weil sie für einen Flug am nächsten Morgen in Louisville eintreffen musste.

Flugsicherheitsbehörde: „Prozedere nicht standardmäßig“

Vier Freiwilligen, die eine Nacht länger in Chicago bleiben würden, habe die Fluggesellschaft eine kostenlose Hotelübernachtung sowie 400 Dollar Prämie geboten. Später habe United das Prämienangebot sogar auf 800 Dollar verdoppelt. Da sich aber keiner gemeldet habe, seien Passagiere per Zufall von einem Computer ausgewählt worden.

Der dann gewaltsam hinausgezogene Passagier ging nicht auf das Angebot ein, mit der Begründung, er sei Arzt und müsse am nächsten Tag Termine mit Patienten in Louisville einhalten. Er habe sich gewehrt und geschrien, jedoch ohne Erfolg.

Die zuständige Behörde beurlaubte inzwischen bis zur Klärung der Vorfälle den Sicherheitsbeamten, der den Mann vor den Augen laufender Handykameras von seinem Sitz und durch den Kabinengang gezogen hatte. „Der Vorfall auf dem United-Flug 3411 war nicht im Einklang mit unserem standardmäßigen Prozedere“, hieß es in einem Statement der Flugsicherheitsbehörde in Chicago. Die Behörde sei mit den Handlungen nicht einverstanden.

Zweite PR-Desaster binnen weniger Wochen

Für United Airlines ist es das zweite PR-Desaster binnen weniger Wochen: Ende März 2017 wurden zwei Teenagern der Einstieg ins Flugzeug verboten, weil sie Leggings trugen. Auch damals sorgte das Vorgehen für einen Sturm der Empörung. „Das Vorgehen von United gegen Leggings ist etwas, das ich von den Taliban erwarten würde, nicht von einer großen westlichen Fluggesellschaft“, kritisierte etwa ein Twitter-Nutzerin.

Viele Prominente beteiligten sich und machten bei Twitter Witze über die Fluggesellschaft.Schauspieler William Shatner (86) twitterte ein Foto von sich in der Rolle als „Raumschiff Enterprise“-Kapitän James T. Kirk, auf dem er ausschließlich ein Paar rote Leggings trägt und schrieb: „Siehst Du, ich habe es auch schon mal getan.“

Die Fluggesellschaft hatte damals ihr Vorgehen verteidigt. Die Mädchen seien mit einem besonderen Ausweis für Angehörige und Freunde von United-Airlines-Mitarbeitern gereist. Bei dieser Gruppe gelte ein spezieller Dresscode. Für reguläre Kunden hätten diese Kleidervorschriften keine Gültigkeit.

Von dpa/RND/zys

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Washington
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