Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Wie Krabbeltiere und Menschen zusammenleben

Insekten-WG Wie Krabbeltiere und Menschen zusammenleben

Die heimischen vier Wände gelten als Rückzugsort. Dabei kämpfen im Innern vielbeinige, tierische Mitbewohner ums Überleben. Wo Sie sich den Wohnraum vermutlich mit Käfer & Co teilen müssen, zeigt eine aktuelle Studie.

Marienkäfer tummeln sich am Fenster eines Strandpavillons in Binz auf der Insel Rügen.

Quelle: Stefan Sauer/archiv

San Francisco/Kopenhagen. Gruseln Sie sich vor kleinen Krabbeltieren und wohnen im Erdgeschoss? Dann sollten Sie jetzt ganz stark sein: Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass Insekten, Spinnen und andere Krabbler bevorzugt in den unteren Geschossen von Häusern kreuchen und fleuchen.

Sie hatten das in 50 Häusern der Stadt Raleigh in North Carolina untersucht. Besonders für Dachgeschossbewohner hält die Studie, die im Fachmagazin „Scientific Reports“ veröffentlicht ist, Erbauliches bereit.

Je höher das Stockwerk, desto weniger und desto weniger unterschiedliche Tierchen gedeihen, teilen die Forscher mit. Ein Befund, den Thomas Loose vom Bundesverband der Schädlingsbekämpfer bestätigt. „Den fliegenden Insekten ist die Etage egal. Aber gerade die Fußläufigen finden wir vor allem im Erdgeschoss.“

Insekten leben in menschlichen Behausungen, seit es diese gibt. „Einmal eingedrungen, tendieren sie dazu, den neuen „Insel“-Lebensraum zu kolonisieren und sich im Haushalt zu verbreiten“, teilen die Forscher der California Academy of Sciences und des dänischen Museums für Naturgeschichte, das zur Uni Kopenhagen gehört, mit.

Neben „festen“ Mitbewohnern des Menschen gebe es „Streuner“, die sich nur vorübergehend ins Hausinnere verirrten, aber auch solche Tiere, die quasi als Wandler zwischen Welten zwischen draußen und drinnen pendelten. Demnach bilden die Insekten in Wohnungen und Häusern richtige Ökosysteme aus - mit Nahrungsketten aus Jägern und Gejagten.

„Wir denken gerne, wir sind in unseren Häusern von der Außenwelt geschützt, aber während wir unserem Alltag nachgehen, können sich direkt neben uns wilde ökologische Dramen ereignen“, sagt Misha Leong von der kalifornischen Wissenschaftsakademie. „Wir beginnen erst, zu verstehen, wie das Heim, das wir uns schaffen, zugleich ein komplexer Innen-Lebensraum für Käfer und andere Lebewesen ist.“

Doch die Wohnvorlieben der Krabbeltiere hängen nicht nur von der Stockwerksnummer ab. Demnach mögen sie es nicht nur erdbodennah, sondern legen anscheinend auch Wert auf Bewegungsfreiheit. So fanden die Forscher mehr unterschiedliche Insekten, Käfer und Spinnen in großen Räumen als in kleinen.

Daneben schienen Teppichböden die vielbeinigen Mitbewohner stärker zu locken als glatte Böden. Auch zwischen der Zahl der Fenster und der Zahl der verschiedenen Krabbeltiere in einem Raum stellten die Forscher einen positiven Zusammenhang fest. „Je mehr verschiedene Eintrittspunkte, also Fenster und Türen, es gibt, desto vielfältiger ist die Gemeinschaft, die im Inneren gedeiht“ , sagt die Insektenforscherin Michelle Trautwein.

Auch mit Vorurteilen räumt die Studie auf. So war der Artenreichtum in Messi-Haushalten nicht ausgeprägter als in besonders ordentlichen Wohnungen und Häusern. Haustiere oder Pflanzen hatten ebenfalls keinen nennenswerten Einfluss auf die Diversität der Krabbeltier-Gemeinde. Den größten Einfluss habe die Natur vor der Haustür. Wo es draußen viele Insekten und andere Kleintiere gebe, verlegten auch mehr Tiere ihren „Lebensmittelpunkt“ in die Haushalte von Menschen.

Trotzdem könnten Menschen, die in mit Teppichen ausgelegten Erdgeschosswohnungen mit großen Räumen und vielen Fenstern wohnen, am Ende die Gewinner sein: „Auch wenn die Idee von unerwünschten Insekten-Mitbewohnern wenig reizvoll klingt, könnten Krabbeltiere letztlich einen Beitrag zur Gesundheit leisten“, sagt Trautwein: „Die Beweise verdichten sich, dass es einen Zusammenhang zwischen vielen modernen Krankheiten und einem Mangel an Kontakt mit Biodiversität und Mikroorganismen gibt.“ Ein Mangel, den eine üppige Krabbeltier-Kolonie in den eigenen vier Wänden beheben helfen könnte.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus aller Welt
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den November 2017 zu sehen!

Wer wird das Rennen ums Bürgermeisteramt in Lübeck machen und am 19. November die Stichwahl gewinnen?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kreuzwort

Auch online wartet täglich ein neues Rätsel auf Sie. Jetzt rätseln!

Sudoku

Bleiben Sie geistig aktiv – mit japanischem Gehirnjogging.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr