Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte 30 000 Kurden demonstrieren in Köln friedlich für Öcalan
Nachrichten Brennpunkte 30 000 Kurden demonstrieren in Köln friedlich für Öcalan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:32 03.09.2016
Anzeige
Köln

Knapp 30.000 Kurden haben am Samstag in Köln für die Freilassung von PKK-Chef Abdullah Öcalan und gegen die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Die kurdische Arbeiterpartei PKK ist in der EU als Terrororganisation eingestuft und in Deutschland verboten.

Die Redner der Kundgebung vertraten aber den Standpunkt, nur unter Beteiligung der PKK und Öcalans könne eine Friedenslösung mit der Türkei gefunden werden.

Viele Demonstranten schwenkten Fahnen mit Öcalans Bildnis, auch auf der Bühne hing ein großes Bild von ihm. Vor fünf Wochen hatten an gleicher Stelle mehrere zehntausend Erdogan-Anhänger demonstriert.

Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies äußerte sich gegen Ende der Kundgebung hochzufrieden über den Verlauf. Er führte dies auf klare Vorgaben der Polizei und auf zahlreiche Vorgespräche sowohl mit kurdischen wie mit türkischen Gruppen zurück. Auch die Veranstalter hätten konstruktiv zu einem sicheren Ablauf beigetragen, sagte Mathies der Deutschen Presse-Agentur. Mehr als 1000 Polizisten seien eingesetzt worden. Bis zum frühen Abend stellte die Polizei lediglich fünf Fahnen sicher und nahm sieben Anzeigen wegen des Zeigens verbotener Symbole auf.  

Bei der Kundgebung griff der Vorsitzende der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, Selahattin Demirtas, die Erdogan-Regierung als „diktatorisch“ an. Erdogan betrachte den gescheiterten Militärputsch „als eine Gelegenheit, die ihm auf dem Silbertablett serviert wurde“, sagte Demirtas laut Übersetzung. Die einzigen, die sich ihm noch in den Weg stellten, seien die Kurden.

Der Linke-Vorsitzende Bernd Riexinger forderte: „Sofort raus aus Syrien mit dem türkischen Militär!“ Die EU müsse die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei stoppen, die Bundesregierung das Flüchtlingsabkommen mit Erdogan aufkündigen. „Öcalan muss freigelassen werden“, forderte Riexinger. „Wir dürfen auch nicht akzeptieren, dass die PKK in Deutschland verboten ist. Wir fordern die Aufhebung des Verbots.“

Der türkische AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu warf deutschen Medienmachern und Politikern mit Blick auf die Kurden-Demo in Köln eine Doppelmoral vor. Die gleichen Leute, die die AKP-nahe Kundgebung in Köln Ende Juli kritisiert hätten, seien jetzt „vor der Demo einer Terrororganisation in derselben Stadt plötzlich verstummt“, sagte Yeneroglu.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Frachtraum eines Containerschiffs brennt es. Zwei Löschversuche scheitern. Nun kann die Hamburger Feuerwehr aufatmen. Der Einsatz dürfte sich aber noch hinziehen.

03.09.2016

Das Inkrafttreten des weltweiten Klimaschutzabkommens von Paris ist ein entscheidendes Stück näher gerückt.

10.09.2016

Nach den diplomatischen Entspannungsversuchen steigen die Chancen für einen Besuch von Bundestagsabgeordneten bei den deutschen Soldaten auf dem Nato-Stützpunkt im türkischen Incirlik.

03.09.2016
Anzeige