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Brennpunkte Abschied von Bhumibol: Thai-König wird eingeäschert
Nachrichten Brennpunkte Abschied von Bhumibol: Thai-König wird eingeäschert
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10:43 25.10.2017
Er wurde verehrt wie ein Halbgott: König Bhumibol Adulyadej von Thailand nach einer Feier anlässlich seines 84. Geburtstags. Quelle: Rungroj Yongrit
Bangkok

Es wird eine Totenfeier, wie sie Thailand noch nie gesehen hat: Mehr als ein Jahr nach seinem Tod wird am Donnerstag in Bangkok der Leichnam von König Bhumibol eingeäschert.

Die Zeremonie findet nach strengen buddhistischen und hinduistischen Ritualen statt. Alles in allem dauert sie fünf Tage. Im Folgenden einige der wichtigsten Fragen und Antworten:

Warum war der König für Thailand so bedeutsam?

Bhumibol Adulyadej Borommanathbobitra amtierte sieben Jahrzehnte - so lange wie noch kein Thai-König zuvor. Als er im Oktober 2016 starb, mit 88 Jahren, war er auch dienstältester Monarch der Welt. Zu Hause wurde und wird er wie ein Halbgott verehrt. Unabhängig davon galt er als Mann von tadellosem Ruf - wichtig in einem Land mit so vielen Krisen und Putschen. Mit überlebensgroßen Porträts und einem strengen Gesetz gegen Majestätsbeleidigung wird dieses Bild auch gepflegt.

Warum ist die Einäscherung erst jetzt?

Im Buddhismus dauert die Trauerzeit länger als in anderen Religionen - normalerweise zwischen 100 Tagen und einem Jahr. In der Regel werden Tote nach einer Woche eingeäschert. Bei Königen geschieht dies aber immer erst später. Für Bhumibol wurde eigens ein Krematorium errichtet, das eben erst vollendet wurde. Zudem sollten die Untertanen Zeit haben, sich im Großen Palast, wo Sarg und Urne derzeit noch stehen, von ihm zu verabschieden. Es kamen fast 13 Millionen.

Wo findet die Verbrennung statt?

Die Urne wird in einer 1,9 Kilometer langen Prozession aufs Sanam-Luang-Feld gebracht, wo Thailands Könige traditionell eingeäschert werden. Sie steht auf einem Holzwagen, der vor mehr als 200 Jahren von ersten König der Chakri-Dynastie in Auftrag gegeben wurde. Erwartet wird, dass mehr als eine Million Menschen die Strecke säumen. Der große Rest der Nation verfolgt alles vermutlich im Fernsehen. Sechs Sender übertragen live. Kosten: alles in allem mehr als 25 Millionen Euro.

Wie sieht die Verbrennungsstätte aus?

Für die Einäscherung wurde eine Art goldener Pavillon errichtet, 53 Meter hoch und mit neunstufigem Dach - weil Rama IX., wie Bhumibol auch genannt wurde, eben der neunte Chakri-König war. Der Bau symbolisiert den Berg Meru, der für Buddhisten und Hindus Mittelpunkt des Universums ist. Geschmückt ist der Bau mit 622 Skulpturen von Göttern und anderen mythischen Kreaturen, an denen einige der besten Handwerker des Landes monatelang gearbeitet haben.

Warum wird der König überhaupt verbrannt?

Thailand ist ein mehrheitlich buddhistisches Land, in dem sich auch hinduistische Traditionen eingebürgert haben. Die Könige gelten dort als Wiedergeburt des Hindu-Gottes Vishnu. In beiden Religionen werden Tote traditionell verbrannt, damit die Seele in den Himmel aufsteigen kann. Königshaus-Experte Thongtong Chandransu sagt: „Die Einäscherung des Königs symbolisiert seine Rückkehr in den Himmel in seiner göttlichen Form.“ Erwartet werden mehr als 6500 Gäste aus aller Welt. Für Deutschland dabei: Ex-Bundespräsident Christian Wulff.

Was befindet sich in der Urne?

Früher waren darin die Leichname von Mitgliedern der königlichen Familie - sitzend in einer Meditationspose, um es der Seele zu erleichtern, in den Himmel zu kommen. Bhumibol entschied sich aber als erster König dafür, in einem Sarg verbrannt zu werden. So hatte es auch schon seine Mutter machen lassen. Die Urne ist also leer. Der Sarg mit seiner bis heute sorgfältig konservierten Leiche wird - so viel ist zu erfahren - vor der Prozession zum Krematorium gebracht. Innerer Teil der Urne und Sarg werden dann gemeinsam verbrannt.

Wie ist die Stimmung im Land?

Gedrückt. Spätestens seit Bhumibols erstem Todestag am 13. Oktober tragen viele nur noch schwarz. Thailands Militärregierung hat auch an ausländische Touristen appelliert, Rücksicht zu nehmen. Feste und Feiern sind verpönt. Der Donnerstag wurde zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Die meisten Unternehmen, Geschäfte und Lokale werden geschlossen bleiben. Erwartet wird, dass das öffentliche Leben praktisch zum Erliegen kommt.

dpa

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