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Brennpunkte Analyse: Wenn Prominenz das Eheglück gefährdet
Nachrichten Brennpunkte Analyse: Wenn Prominenz das Eheglück gefährdet
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10:53 08.01.2013
Der damalige Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina beim Bundespresseball in Berlin. Foto: Hannibal
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Berlin

Promis hätten es in Sachen Beziehung nicht leicht, meinen Psychologen. Gerade im Scheinwerferlicht einer neugierigen Öffentlichkeit.

Beispiele für gescheiterte Politiker- und Promiehen lassen sich viele finden. Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder ist zum vierten Mal verheiratet, Ex-Außenminister Joschka Fischer hat inzwischen sogar die fünfte Ehefrau. Auch Christian Wulffs erste Ehe war in die Brüche gegangen.

Prominente Paare haben es schwerer, findet der Paartherapeut Roland Weber aus Ammerbuch bei Tübingen. „Das Leben ist so öffentlich, dass ich mich manchmal ja frage, worin besteht überhaupt das private Leben, die Vertrautheit und die Intimität, die man sonst so miteinander teilt.“ Das Gefährdungspotenzial sei größer, weil es viel mehr Gelegenheiten zu Seitensprüngen gebe, meint er. Außerdem seien die Erwartungen der Öffentlichkeit sehr hoch, ständig werde verglichen.

Der Hamburger Diplompsychologe Michael Thiel sieht das nicht ganz so drastisch: „Eine Ehe, die in der Öffentlichkeit stattfindet, ist sozusagen unter dem Vergrößerungsglas der Presse und des Publikums und daher vielleicht so ein bisschen störungsanfälliger als die von Herrn Maier und Frau Schulze“, sagt er. Letztendlich unterscheide sie sich aber in den Grundzügen nicht von anderen Beziehungen. Der private Rahmen müsse immer geschützt werden. Es gehe bei Krisen und Problemen darum, das Gefühl eines sicheren Hafens zu entwickeln: „Wir beide gegen den Rest der Welt werden auch diese Stürme überstehen.“

Bei großen Niederlagen für einen der Partner hat der Hamburger Paartherapeut Jörg Wesner zwei grundsätzliche Muster ausgemacht, wie der andere reagiert. „Wenn ich tatsächlich mit jemandem, der weit höher steht als ich, zusammen sein möchte, und der verliert diesen Status, dann hat er natürlich auch seinen Wert als Beziehungspartner für mich verloren“, erklärt er. „Der andere Fall ist, dass man mehr mit dem Menschen verbunden ist. Dann kann man den anderen unterstützen und auffangen. Und ist vielleicht sogar insgeheim froh, das der andere wieder auf Augenhöhe ist.“

Was die Psychologen als große Schwierigkeit betrachten: wenn das Eheleben in den Medien breitgetreten wird. „Die Medien, die Externen, haben in einer Liebesbeziehung nichts verloren“, sagt Wesner. Er verweist auf Prominente wie etwa Stefan Raab. Er habe es geschafft, die Medien aus seinem Privatleben herauszuhalten.

Ein weiterer Risikofaktor für Promi-Ehen: wenn sich der berufliche Erfolg eines Paares unterschiedlich entwickelt, analysiert Paartherapeut Weber. „Wenn beide eine Karriere haben und sie auch verfolgen. Es ist ja auch ein Diktat, immer erfolgreich zu sein. Man muss oft auftreten, man muss immer gut aussehen.“ Geht es bei dem einen beruflich aufwärts und beim anderen abwärts, stimme die bisherige Balance in der Partnerschaft nicht mehr. Gefühle wie Eifersucht, Kränkung und Neid könnten dann ins Spiel kommen.

dpa

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