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Brennpunkte Anwältin im Fall Peggy: „Mutter war dem Islam zugewandt“
Nachrichten Brennpunkte Anwältin im Fall Peggy: „Mutter war dem Islam zugewandt“
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08:06 18.10.2016
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Wettin

Die neuesten Entwicklungen im Fall der getöteten Peggy und mögliche Verbindungen zum terroristischen NSU haben deren Familie in die Zeit vor 15 Jahren zurückversetzt.

„Darüber war Peggys Mutter sehr ergriffen und bestürzt“, sagte deren Rechtsanwältin Ramona Hoyer in Wettin in Sachsen-Anhalt. „Gefühlsmäßig ist es, als seien die 15 Jahre nicht geschehen, als sei es tagaktuell.“ Alle hätten die Hoffnung gehabt, dass der Fund von Peggys Leiche Fragen beantworten kann. „Jetzt sind einige Antworten da, von denen wir nicht wissen, ob sie aufzeigen, was tatsächlich passiert ist.“ Aber es seien Ansätze, sagte Hoyer.

In der Vorwoche war bekannt geworden, dass am Fundort der Leiche des kleinen Mädchens in Thüringen auch Genmaterial des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden wurde. Es stelle sich nun die Frage, wann Peggy „nach Hause“ kommen könne und ihr Leichnam für eine Beerdigung freigegeben werde, so Hoyer. Die Neunjährige aus dem oberfränkischen Lichtenberg war 2001 verschwunden. Fast genau 15 Jahre später, im Juli dieses Jahres, fand ein Pilzsammler ihre sterblichen Überreste im Wald.   

Ob es tatsächlich einen an Peggys Mutter adressierten „Hassbrief“ aus der Neonaziszene gibt und das die Verbindung zum NSU ist, wollte Hoyer weder dementieren noch bestätigen. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Es sei wahr, dass der damalige Lebensgefährte der Mutter Türke war und ihre Mandantin sich dem Islam zugewandt habe. Sie habe auch ein Kopftuch getragen, sagte Hoyer. Offen ließ die 43-Jährige, ob sie tatsächlich auch konvertiert sei. „Dazu kann ich keine Angaben machen“, sagte sie. 

Aktuell gebe es enge Kontakte zu den Ermittlungsbehörden und erste Verständigungen zu einer weiteren Vernehmung der Mutter. Es gebe eine Mengen zu klären, sagte Hoyer, die sich bei den Medien für die neuerliche Diskretion bedankte. So habe es Raum für ihre Mandantin gegeben, das Neue zu verarbeiten.

Der aus Thüringen stammende Rechtsextremist Böhnhardt soll mit seinem mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos jahrelang unerkannt gemordet haben - hauptsächlich aus fremdenfeindlichen Motiven. Mundlos und Böhnhardt töteten sich laut Ermittlern im Herbst 2011 nach einem Banküberfall, um einer Festnahme zu entgehen. Ihre Begleiterin Beate Zschäpe stellte sich der Polizei. Sie steht seit fast dreieinhalb Jahren in München vor Gericht.

dpa

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