Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Biden fordert Palästinenser zu Verurteilung von Attacken auf
Nachrichten Brennpunkte Biden fordert Palästinenser zu Verurteilung von Attacken auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:55 09.03.2016
Anzeige
Jerusalem/Ramallah

Nach blutigen Anschlägen auf Israelis und einen US-Touristen hat US-Vizepräsident Joe Biden von der Palästinenserführung eine Verurteilung der Angriffe gefordert.

Nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Jerusalem kritisierte er auch zu Gewalt anstachelnde Hetze in den Palästinensergebieten. „Die Art der Gewalt, die wir gestern gesehen haben“, sagte Biden, „das muss aufhören.“ Netanjahu kündigte härtere Maßnahmen an, um die Angriffe zu stoppen.

Ein Palästinenser hatte am Dienstag in Tel Aviv einen amerikanischen Touristen getötet und zehn weitere Menschen verletzt. Danach wurde er erschossen. Zuvor waren drei weitere Attentäter bei ihren Anschlägen in Israel getötet wurden. Am Mittwochmorgen wurden zwei Palästinenser in Jerusalem bei ihren Attacken erschossen sowie ein 16-jähriger Palästinenser bei seinem Angriff im nördlichen Westjordanland.

Der getötete Tourist, der auch als Soldat im Irak und in Afghanistan gedient hatte, war bereits das zweite Opfer in der aktuellen Gewaltwelle mit amerikanischem Pass. Seit Anfang Oktober sind zudem 29 Israelis und rund 190 Palästinenser getötet worden. Die meisten der Palästinenser wurden bei Anschlägen auf Israelis erschossen.

Israel plant nun Gegenmaßnahmen - vom Bau von Sperranlagen bis hin zur Schließung bestimmter palästinensischer Medien. Das Maßnahmenpaket sei bei einer Krisensitzung von Ministerpräsident Netanjahu mit Verteidigungsminister Mosche Jalon sowie Vertretern von Militär, Polizei und Geheimdienst beschlossen worden, berichteten israelische Medien.

Beschlossen wurde unter anderem, Lücken in der Sperranlage im Bereich Jerusalem zu schließen. Arbeitsgenehmigungen für Palästinenser aus dem Westjordanland sollten eingeschränkt werden, berichtete der israelische Rundfunk. Palästinensische Medien, die zur Gewalt aufrufen, sollen geschlossen werden.

Biden sprach sich nach dem Gespräch mit Netanjahu erneut für eine Zweistaatenlösung aus. Er betonte, dass der Konflikt nicht nur mit Gewalt gelöst werden könne.

Bei seinem zweitägigen Besuch sollte es unter anderem um die Sicherheitslage im Iran und in Syrien gehen sowie um milliardenschwere Militärhilfe für Israel. Aktuell unterstützen die USA Israel laut „Times of Israel“ jährlich mit umgerechnet rund 2,7 Milliarden Euro. Netanjahu hatte schon vor Wochen bessere Konditionen gefordert.

Biden war am Dienstag in Israel angekommen und hatte zunächst den früheren israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres getroffen. Am Mittwochabend wollte er mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammenkommen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Ermittler sind bei der Aufklärung der Kölner Silvesternacht neue Wege gegangen - und wurden wohl belohnt. Nach der Veröffentlichung von Fotos von Verdächtigen wurden zwei Männer festgenommen. Die Polizei fahndet jetzt mit weiteren Bildern.

10.03.2016

Eine autonome Gruppe hat sich im Internet zu dem Brandanschlag auf fünf Fahrschul-Lastwagen und einen Anhänger der Bundeswehr in Leipzig bekannt.

09.03.2016

Kanzlerin Angela Merkel hat sich unmittelbar vor der Veröffentlichung des Entscheids in der Plagiatsaffäre um Ursula von der Leyen hinter die Verteidigungsministerin gestellt.

09.03.2016
Anzeige