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Blairs Irakkrieg nach 13 Jahren schwer in der Kritik

London Blairs Irakkrieg nach 13 Jahren schwer in der Kritik

Schlecht begründet, unzureichend geplant, mangelhaft durchgeführt: Eine Untersuchung der britischen Rolle im Irakkrieg lässt Tony Blair schlecht aussehen. Hatte er den USA einen Blankoscheck ausgestellt?

London. Der britische Ex-Premierminister Tony Blair hat sein Land einer Untersuchung zufolge vor 13 Jahren voreilig in den Irakkrieg geführt.

Er habe falsche Geheimdienst-Berichte, nach denen der Irak über Massenvernichtungswaffen verfügte, nicht hinterfragt, heißt es in einem heute veröffentlichten Bericht. Möglichkeiten einer friedlichen Lösung seien nicht ausgeschöpft worden. Die Briten waren 2003 an der Seite der USA in den Irakkrieg gezogen.

Für den Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein hatte Blair den USA demnach bereits acht Monate vor der Invasion unbedingte Unterstützung zugesagt: „Ich stehe an deiner Seite, was auch immer geschehen mag“, schrieb er 2002 an den damaligen US-Präsidenten George W. Bush. 2001 hatte der Anschlag der Terrorgruppe Al-Kaida auf das World Trace Center in New York die USA und den ganzen Westen erschüttert.

Blair sah sich durch den Bericht in seiner Darstellung bestätigt, dass er zwar Fehler gemacht, aber nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe. Die Entscheidung für den Irakkrieg sei die „quälendste“ seiner Regierungszeit gewesen, sagte der Labour-Politiker, der von 1997 bis 2007 britischer Premier war. Für alle Fehler übernehme er volle Verantwortung und bitte um Verzeihung.

Die Untersuchung der britischen Rolle im Irakkrieg hatte Blair Nachfolger Gordon Brown 2009 eingeleitet. Unter Leitung des ehemaligen Regierungebeamten John Chilcot hatte eine Kommission Zeugen befragt, darunter zweimal Blair selbst, und unzählige Dokumente von Geheimdiensten und Regierungen gesichtet. Ein Ergebnis war bereits vor Jahren erwartet worden, die Verzögerung hatte in Großbritannien für viel Ärger gesorgt.

Der scheidende Premierminister David Cameron, der 2003 im Unterhaus für den Einsatz im Irak gestimmt hatte, sagte, es müssten Lehren aus den Fehlern gezogen werden. Soldaten dürften nur als „letztes Mittel“ und nach ausführlicher Beratung in den Krieg geschickt werden. Es sei „inakzeptabel“, dass 2003 britische Truppen ohne angemessene Ausrüstung in den Irak entsandt worden seien.

Der Bericht hat keine juristischen Konsequenzen und beurteilt nicht, ob der Irakkrieg nach britischen oder internationalen Maßstäben legal war. Kriegsgegner und Angehörige der 179 in dem Konflikt getöteten britischen Soldaten demonstrierten am Mittwoch in London.

dpa

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