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Brennpunkte Böhmermann sagt nächste Sendung ab
Nachrichten Brennpunkte Böhmermann sagt nächste Sendung ab
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16:34 12.04.2016
ZDF-Neo-Moderator Jan Böhmermann sitzt am 06.02.2015 im NDR-Studio in Hannover (Niedersachsen). Quelle: Ole Spata/dpa/Archiv
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Köln/Mainz

Jan Böhmermann hat die nächste Sendung seines „Neo Magazin Royale“ abgesagt. Wegen seines Schmähgedichts auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sieht sich der Satiriker mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen konfrontiert. Nun hätten die Produktionsfirma btf GmbH und der Satiriker die Absage beschlossen, hieß es am Dienstag auf der Facebook-Seite der Sendung. Zuvor hatte „Spiegel online“ darüber berichtet.

Grund sei die große Berichterstattung und der damit verbundene Fokus auf die Sendung und den Moderator. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem ZDF gefallen. Das bestätigte ein ZDF-Sprecher in Mainz. „Wir respektieren die Entscheidung der Produktionsfirma und von Jan Böhmermann und haben Verständnis für deren Begründung“, sagte er.

Böhmermann hatte in dem Schmähgedicht über den türkischen Staatspräsidenten in seiner Fernsehshow bewusst beleidigende Formulierungen benutzt, um - wie er selbst erläuterte - die Unterschiede zwischen in Deutschland erlaubter Satire und verbotener Schmähkritik deutlich zu machen. Das hatte eine kontroverse Debatte über Grenzen von Satire ausgelöst.

Nach Anzeigen gegen Böhmermann und Verantwortliche des ZDF ermittelt die Mainzer Staatsanwaltschaft. Dabei geht es um eine mögliche Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten nach Paragraf 103 des Strafgesetzbuches (StGB). Voraussetzung für eine Strafverfolgung sind in solchen Fällen ein sogenanntes Strafverlangen der ausländischen Regierung und eine Ermächtigung der Bundesregierung zur Strafverfolgung. Ein Strafverlangen aus der Türkei liegt vor, Berlin prüft noch.

Zudem liegt der Staatsanwaltschaft mittlerweile ein Strafantrag Erdogans gegen Böhmermann wegen Beleidigung im Sinne des Paragrafen 185 ff. StGB vor. Dieser könnte von der Behörde in Mainz unabhängig von einer Entscheidung aus Berlin weiterverfolgt werden.

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