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Bombenattentat in Wiener U-Bahn geplant?

Fragen und Antworten Bombenattentat in Wiener U-Bahn geplant?

Terrorziele Wiener U-Bahn und Bundeswehr? Schon wieder gehen die Ermittlungsbehörden möglichen Anschlagsplänen nach. Indizien, dass ein Bombenattentat unmittelbar bevorstand, gibt es derzeit nicht.

Wien/Neuss. Nach den blutigen Anschlägen von Paris, Brüssel und Berlin jetzt auch Terrorpläne in Wien? Ermittler in Österreich und Deutschland gehen mit Hochdruck diesem Verdacht nach.

Im Fokus stehen dabei zwei junge Männer in Wien und im rheinischen Neuss, die sich über Foren im Internet kennengelernt haben dürften. Selbst ein Kind steht im Verdacht, ein möglicher Komplize zu sein. In Wien wird geprüft, ob ein Anschlag in der U-Bahn geplant war, im Rheinland, ob womöglich auch die Bundeswehr zum Ziel werden sollte.

Wie kam der Fall ins Rollen?

Die österreichischen Sicherheitsbehörden nahmen am Freitag einen 17-Jährigen in Wien fest. Der Minderjährige steht in Verdacht, einen Terroranschlag in Österreichs Hauptstadt geplant zu haben. Nach einem Hinweis an die deutschen Behörden drang ein Spezialeinsatzkommando am Samstagabend in die Wohnung eines 21-Jährigen in Neuss ein, bei dem der 17-Jährige übernachtet haben soll. In der Wohnung fanden sich weder Waffen noch Sprengstoff. Die Ermittler erhoffen sich aber von den Computer- und Handydaten des Mannes neue Erkenntnisse.

Was wissen die Behörden in Österreich?

Die zuständigen Stellen halten sich mit konkreten Informationen über den Tatverdächtigen - einen 17-jährigen Österreicher mit albanischen Wurzeln - noch zurück. Laufende Ermittlungen sollen nicht gestört werden. Klar scheint, dass der radikalisierte Niederösterreicher konkretere Pläne für ein Bombenattentat in einer Wiener U-Bahn hatte. Er sitzt in Wien in Untersuchungshaft. Außerdem war der junge Mann mit einem Kind im intensiven Kontakt. Der noch nicht einmal 14-Jährige und seine Eltern wurden angehört.

Schon wieder Nordrhein-Westfalen?

Dass schon wieder ein Anti-Terror-Einsatz in NRW erfolgt, überrascht den Bund Deutscher Kriminalbeamter nicht. Seit Jahren sei NRW ein Schwerpunkt, wenn es um Salafisten, islamistischen Terrorismus oder Gefährder geht, sagt Landesvorsitzender Sebastian Fiedler. Das liege nicht allein daran, dass NRW das bevölkerungsreichste Bundesland ist, sondern an einer sehr aktiven Szene. Laut Verfassungsschutz leben in NRW etwa 650 gewaltbereite Salafisten, ein Viertel von ihnen gilt als besonders „risikobehaftet“. Darunter sind auch Dutzende Gefährder.

Gibt es in Neuss eine extremistisch-salafistische Szene? 

In Neuss war der 2013 gegründete Verein „Helfen in Not (HiN)“ in das Visier der Sicherheitsbehörden geraten. Vordergründig gehe es um Hilfe für vom Bürgerkrieg betroffene Menschen in Syrien, berichtet der NRW-Verfassungsschutz. „Bei allen Aktivitäten des Vereins in Nordrhein-Westfalen und im übrigen Bundesgebiet zeigt sich jedoch die feste Einbindung in die salafistische Szene, in der auch der "Kampf gegen die Feinde des Islams", also der militante Jihad, gutgeheißen wird“, heißt es im jüngsten Bericht der Behörde für das Jahr 2015. Nach Kündigung der Räume in Neuss sei der Verein ohne festen Sitz.

Ist der 21-Jährige auffällig gewesen?

Ein früherer Nachbar aus Neuss berichtete der „Rheinischen Post“, dass vor etwa einem Dreivierteljahr ein Mann mit einer Flagge der Terrormiliz IS über die Straße gelaufen sei. Er habe das gefilmt und auch der Polizei geschildert. Dass es sich dabei um den 21-Jährigen gehandelt habe, sei nicht bestätigt. Die Neusser Polizei geht laut Landeskriminalamt der Sache nach. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der junge Mann bei seiner Vernehmung nicht bestritten, eine islamistische Auffassung zu vertreten. „Er bestreitet aber, sich mit dem IS beschäftigt zu haben“, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Behörde.

dpa

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