Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte China lockert harte Politik gegenüber Dalai Lama
Nachrichten Brennpunkte China lockert harte Politik gegenüber Dalai Lama
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:31 28.06.2013
Die Tibeter sollen den Dalai Lama religiös verehren dürfen - aber nicht als politischen Führer. Foto: Sanja Baid
Anzeige
Peking

. Die neue Politik sei nach offiziellen Aussagen ein „Experiment“. Die Lockerung folgt auf eine Welle von rund 120 Selbstverbrennungen von Tibetern, die damit gegen Unterdrückung ihres Volkes durch China protestieren wollen.

Mönche in dem bedeutenden Kloster Ganden nahe der tibetischen Hauptstadt Lhasa seien informiert worden, dass sie Fotos des Dalai Lamas zeigen dürften, berichtete die in London ansässige Organisation Free Tibet. Das Verbot war 1996 eingeführt worden und seither meist streng verfolgt worden. Eine Aufhebung sei auch in anderen tibetischen Gebieten schon diskutiert worden. Außerhalb der Autonomen Region Tibet, die nur einen Teil des historischen Tibets ausmacht, deutet sich ebenfalls eine mögliche Entkrampfung an.

Im der benachbarten Provinz Qinghai seien Vorschläge diskutiert worden, „das Bildnis des Dalai Lamas zu zeigen, die Denunzierung des tibetischen Führers zu beenden und die Präsenz der Polizei in Klöstern zu verringern“, berichtete die Internationale Kampagne für Tibet (ICT). Die Berichte stießen zunächst auf Skepsis. Eine solche Politik könne leicht rückgängig gemacht werden, warnte Direktorin Eleanor Byrne-Rosengren von Free Tibet. „Die Klagen des tibetischen Volkes bleiben die Besetzung ihres Landes, Verstöße gegen Menschenrechte, wirtschaftliche Marginalisierung und die Verweigerung des Rechts auf der Selbstbestimmung.“

Auch der US-Sender RFA berichtete aus Qinghai und Sichuan über neue Möglichkeiten, wie Gläubige den Dalai Lama verehren könnten. Bewohner in Ganzi in Sichuan berichteten, es habe eine Ankündigung gegeben, „dass Fotos gezeigt werden dürfen und der Dalai Lama nicht namentlich kritisiert werden soll“. Es werde nicht mehr verlangt, Kritik an ihm zu üben, zitierte RFA einen Tibeter in Qinghai. Das buddhistische Institut des Klosters Kumbum in Qinghai habe mitgeteilt, Religion und Politik sollten getrennt werden. „Buddhisten dürfen an den Dalai Lama glauben und ihm Respekt erweisen“, hieß es.

Bislang hatte Chinas Führung den Dalai Lama als „Separatisten“ verurteilt, der das Land spalten wolle. Der Friedensnobelpreisträger wurde für die Unruhen 2008 in Tibet und die Selbstverbrennungen verantwortlich gemacht. Allerdings gibt es jetzt auch Rufe nach einer Veränderung der erfolglosen, harten Tibet-Politik. Selbst aus der Parteischule gebe es „neue, mutige Vorschläge“, anders mit dem Dalai umzugehen, berichtete ICT.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gegenüber vom Roten Rathaus in Berlin ist ein Mann ums Leben gekommen. Unklar ist noch, ob der bislang Unbekannte durch den Schuss aus einer Polizeiwaffe starb, sagte ein Polizeisprecher.

28.06.2013

Der mutmaßliche Bombenleger beim Boston-Marathon, Dschochar Zarnajew, ist am Donnerstag in 30 Punkten angeklagt worden. Ihm wird unter anderem Einsatz von Massenvernichtungswaffen vorgeworfen, der zum Tod von drei Menschen geführt und Dutzende andere verletzt habe.

28.06.2013

Die islamistischen Parteien in Ägypten haben eine Solidaritätskundgebung für Präsident Mohammed Mursi organisiert. Nach Medienberichten versammelten sich in einer Moschee in einem Kairoer Vorort Hunderte Mitglieder der Muslimbruderschaft.

28.06.2013
Anzeige