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Brennpunkte Chronologie: Schavan unter Plagiatsverdacht
Nachrichten Brennpunkte Chronologie: Schavan unter Plagiatsverdacht
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19:56 23.10.2012
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Berlin

Nach der Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist nun auch die Dissertation von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) ins Zwielicht geraten. Ein Rückblick:

28. Februar 2011: Schavan ist eine der ersten aus der Union, die sich kritisch zur Guttenberg-Affäre äußern. „Als jemand, der selbst vor 31 Jahren promoviert hat und in seinem Berufsleben viele Doktoranden begleiten durfte, schäme ich mich nicht nur heimlich“, wird sie in der „Süddeutschen Zeitung“ zitiert.

18. Juni 2011: Der Doktortitel müsse „Ausdruck einer wissenschaftlichen Qualifikation und nicht ein Statussymbol oder Titelhuberei sein“, sagt Schavan in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Universitäten müssten sich auch selbstkritisch mit den jüngsten Plagiatsfällen auseinandersetzen.

29. April 2012: Im Internet tauchen anonyme Vorwürfe auf, auch Schavan habe in ihrer Dissertation Quellen nicht vollständig aufgelistet und zum Teil „verschleiert“.

2. Mai: Schavan fordert den Verfasser auf, sich zu erkennen zu geben, und verspricht Aufklärung. Ein Sprecher der Uni Düsseldorf kündigt an, die Promotionskommission werde die Vorwürfe prüfen.

5./6. Mai: In einem schriftlich geführten Interview mit „Spiegel Online“ legt der Plagiatsjäger nach: Er halte es „für belegbar, dass Frau Schavan plagiiert hat, wenn auch in geringerem Maße als andere“, behauptet der anonyme Blogger, der sich hinter dem Pseudonym „Robert Schmidt“ verbirgt.

10./11. Mai: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht Schavan ihr Vertrauen aus. Ein Sprecher der Uni Düsseldorf teilt mit, der Ausschuss habe mit der Überprüfung der Vorwürfe begonnen.

14. Oktober: Einer der Gutachter wirft Schavan vor, sie habe in ihrer Doktorarbeit bewusst getäuscht. Es ergebe sich das „charakteristische Bild einer plagiierenden Vorgehensweise“, zitieren „Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ aus der Analyse. „Die Unterstellung einer Täuschungsabsicht weise ich entschieden zurück“, sagt Schavan der Nachrichtenagentur dpa.

15./16. Oktober: Merkel spricht Schavan erneut das Vertrauen aus. Rückendeckung bekommt sie auch von ihrem Doktorvater, dem Pädagogikprofessor Gerhard Wehle. Oppositionspolitiker legen Schavan den Rücktritt nahe, sollte sich der Verdacht bestätigen.

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