Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Der NSU-Prozess in Zahlen
Nachrichten Brennpunkte Der NSU-Prozess in Zahlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:52 25.07.2017
Die Hauptangeklagten Beate Zschäpe sitzt im Oberlandesgericht in München zwischen ihren Anwälten. Quelle: Peter Kneffel
Anzeige
München

Seit dem 6. Mai 2013 läuft der NSU-Prozess am Oberlandesgericht München. Einige Zahlen zu dem Mammutverfahren:

- 5 Angeklagte müssen sich verantworten, darunter Beate Zschäpe und der frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben.

- 5 Anwälte hat die Hauptangeklagte Zschäpe. Von den Pflichtverteidigern Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm distanzierte sich Zschäpe im Laufe des Verfahrens. Mathias Grasel kam als vierter Pflichtverteidiger, Hermann Borchert als Wahlverteidiger dazu.

- 5 Richter hat der Staatsschutzsenat des Münchner Oberlandesgerichts unter Vorsitz von Manfred Götzl. Zudem waren 3 Ergänzungsrichter benannt. Zwei Richter der Startbesetzung schieden inzwischen aus. Ein Ersatzrichter steht derzeit noch zur Verfügung.

- 10 Menschen soll die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ ermordet haben. Neun von ihnen waren Geschäftsleute türkischer und griechischer Abstammung in den Jahren 2000 bis 2006. Außerdem die am 25. April 2007 in Heilbronn getötete Polizistin Michele Kiesewetter.

- 14 Jahre lang soll Zschäpe mit den Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund gelebt haben.

- Mindestens 33 Befangenheitsanträge zählte die Geschäftsstelle des Gerichts.

- 42 Sachverständige lieferten Einschätzungen zu Waffen, Munition, psychischer Verfassung der Angeklagten und Todesursachen der Mordopfer.

- 49 Anwälte vertreten die Nebenkläger.

- 71 Nebenkläger sind zugelassen, darunter Angehörige der Mordopfer.

- 123 Medien hatten sich für das Verfahren akkreditiert. 50 von ihnen haben einen fest reservierten Platz.

- Rund 230 Plätze hat der extra für den Prozess umgebaute Gerichtssaal A 101, etwa 100 mehr als vorher.

- 375 Verhandlungstage dauerte es bis zum Ende der Beweisaufnahme.

- 488 Seiten umfasst die Anklageschrift der Bundesanwaltschaft. Darin wird Zschäpe Mittäterschaft bei den zehn NSU-Morden vorgeworfen.

- 815 Zeugenaussagen hörte das Gericht.

- Rund 150 000 Euro kostet ein Prozesstag. Die Gesamtkosten liegen damit bislang bei knapp 56 Millionen Euro.

- Die mehr als 280 000 Seiten Ermittlungsakten füllen mehr als 600 Ordner.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wann geht der NSU-Prozess endlich auf die Zielgerade? Wegen anhaltender Auseinandersetzungen zwischen Gericht und Verteidigern ist dies weiter offen. Droht zunächst ein neuer Befangenheitsantrag?

25.07.2017

Bislang unveröffentlichte Videos von Prinzessin Diana will der britische Fernsehsender Channel 4 in einer neuen Doku zeigen.

25.07.2017

Nach der Inhaftierung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Spionagevorwürfe gegen die Bundesregierung erhoben.

25.07.2017
Anzeige