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Deutsche stirbt nach Anschlag in Barcelona

Gedenken in Spanien Deutsche stirbt nach Anschlag in Barcelona

Hunderttausende Menschen ziehen durch die Straßen Barcelonas. Ihr Anliegen ist es, ein Zeichen gegen Terror zu setzen. Zum ersten Mal in der spanischen Geschichte nahm mit König Felipe VI. ein Monarch an einer derartigen Massenkundgebung teil. Inzwischen ist ein weiteres Opfer gestorben.

„Ich habe keine Angst“: Tausende Demonstranten sind in Barcelona zu einer Gedenkversammlung zusammengekommen.

Quelle: Emilio Morenatti

Barcelona. Zehn Tage nach dem Anschlag in Barcelona ist eine Deutsche ihren Verletzung erlegen. Die 51 Jahre alte Frau sei heute im Krankenhaus in Barcelona gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden der spanischen Region Katalonien mit.

Die Frau lag den den Angaben zufolge auf der Intensivstation des Krankenhauses Hospital del Mar. Damit erhöhte sich die Zahl der Toten bei den Anschlägen von Barcelona und Cambrils auf insgesamt 16.

Beim Anschlag einer islamistischen Terrorzelle mit einem Lieferwagen auf Barcelonas Flaniermeile Las Ramblas und einer vereitelten Attacke im Küstenort Cambrils waren am 17. August und in der Nacht auf den 18. August auch mehr als 120 Menschen verletzt worden. Die Deutsche war auf den Ramblas vom Tatfahrzeug erfasst worden. Nach dem Tod der Deutschen werden nach Angaben der zuständigen Behörden noch weitere 24 Verletzte in Krankenhäusern behandelt. Fünf von ihnen seien noch in kritischem Zustand.

Zusammen mit dem spanischen König Felipe VI. und Ministerpräsident Mariano Rajoy haben Hunderttausende Menschen in Barcelona nach den Anschlägen vor anderthalb Wochen ein Zeichen gegen Terror und Gewalt gesetzt.

Unter dem Motto „No tinc por“ (Katalanisch für: Ich habe keine Angst) zogen die Demonstranten am Samstag durch die Straßen der katalanischen Metropole. Die Stadtpolizei sprach von einer halben Million Teilnehmern an der Großdemonstration.

Am 17. und 18. August waren bei den Attentaten in Barcelona und Cambrils 15 Menschen ums Leben gekommen, 120 weitere wurden verletzt. Sechs von ihnen sind weiterhin in kritischem Zustand.

Zum ersten Mal in der Geschichte Spaniens nahm mit König Felipe VI. ein Monarch an einer derartigen Massenkundgebung teil. Angeführt wurde der Zug Polizisten, Feuerwehrleuten, Sicherheitskräften und Sanitätern, die nach den Attentaten Betroffene betreut hatten. Neben Rajoy marschierten zahlreiche weitere Regierungsvertreter vom Prachtboulevard Passeig de Gràcia bis zur Plaça de Catalunya mit - jenem Platz, von dem aus ein Attentäter einen Lieferwagen in die Fußgängerzone von Las Ramblas gesteuert hatte.

Viele Menschen hielten im Gedenken an die Opfer rote und gelbe Rosen in den Händen, den Farben der spanischen Nationalflagge. Bei der Kundgebung waren auch Kinder dabei.

Mit dem immer wieder lautstark skandierten Satz „Ich habe keine Angst“ hatte die Bevölkerung schon kurz nach den Anschlägen deutlich gemacht, dass sie sich vom islamistischen Terrorismus nicht einschüchtern lassen will. Auch am Samstag brandeten immer wieder Sprechchöre auf, um der Gewalt zu trotzen. 

Allerdings gab es auch Pfiffe und Buhrufe gegen die Regierungsvertreter und den König. Auf Schildern und Fahnen wurde kritisiert, dass die Regierung für die Gewalt im Nahen Osten mitverantwortlich sei. Pazifistische Gruppen trugen Poster mit Aufschriften wie: „Felipe, wer Frieden möchte, treibt keinen Handel mit Waffen“ oder: „Mariano, wir wollen Frieden, nicht den Verkauf von Waffen“, wie die Zeitung  „El País“ berichtete. Darüber hinaus seien die Repräsentanten des Staats mit Rufen für die Unabhängigkeitsbestrebungen der Region Katalonien empfangen worden. Die katalanische Regierung plant das Unabhängigkeitsreferendum für den 1. Oktober.

Rajoy hat mehrfach betont, die Abspaltung der wirtschaftsstärksten Region Spaniens werde man unter keinen Umständen zulassen. Auch das Verfassungsgericht untersagte die Unabhängigkeitsabstimmung.

dpa

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