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Deutschland richtet sich auf Duell Clinton-Trump ein

Berlin Deutschland richtet sich auf Duell Clinton-Trump ein

Clinton oder Trump? In Deutschland sind die Präferenzen klar. Lieber die frühere Außenministerin. Aber so langsam beschäftigt man sich auch mit dem Gedanken, dass der Milliardär Präsident werden könnte.

Berlin. Es ist noch gar nicht so lange her, da waren sich auch in Berlin die Experten einig: Donald Trump als offizieller Präsidentschaftskandidat der Republikaner oder gar als Präsident der USA?

Für jeden, der halbwegs Ahnung von der amerikanischen Politik zu haben glaubte, ein Ding der Unmöglichkeit. Heute, nach einem weiteren Super Tuesday mit neuen Erfolgen für den Immobilien-Milliardär, sieht die Sache anders aus.

Die deutsche Politik stellt sich langsam darauf ein, dass die Entscheidung über den 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten am 8. November zwischen Hillary Clinton und Trump fallen wird. Und schließt inzwischen auch nicht mehr aus, dass der Mann mit dem Riesen-Ego die Wahl tatsächlich gewinnen könnte. Eine besonders angenehme Vorstellung ist das nicht.

Der ehemalige Grünen-Chef Jürgen Trittin, heute in der Außenpolitik unterwegs, warnte am Mittwoch: „Die Gefahr, dass Trump ins Weiße Haus einzieht, wird immer realer. Für die internationale Zusammenarbeit hätte das dramatische Konsequenzen. Sein Mix aus isolationistischen Tendenzen und aggressiven Tönen wäre eine schwere Hypothek.“

So oder so ähnlich sieht man das im Bundestag auch bei den anderen Parteien. In der Beurteilung des US-Wahlkampfs ist man sich in Berlin gerade erstaunlich einig. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen (CDU), äußerte sich über Trumps Siegeszug „höchst besorgt“. „Die Mittel, mit denen er Mehrheiten erwirbt, sind das Erzeugen von Angst, Wut und Hass.“

Die Bundesregierung hält sich aus dem US-Wahlkampf offiziell heraus - so wie das zwischen Partnerländern üblich ist. Aber wen Angela Merkel als Nachfolger von Barack Obama lieber sähe, ist klar: Hillary Clinton. Die ehemalige First Lady, der die Kandidatur bei den Demokraten nach ihrem Vier- oder Fünf-Fach-Sieg bei den Vorwahlen am Dienstag wohl nicht mehr zu nehmen sein wird, gilt als zuverlässige Transatlantikerin. Man kennt sich.

Merkel und Clinton können gut miteinander - auch wenn die Kanzlerin keinesfalls vergessen hat, wie kalt sie die seinerzeitige US-Außenministerin im Frühjahr 2011 erwischte. Damals sorgte Clinton dafür, dass sich die USA schließlich doch am Militäreinsatz gegen Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi beteiligten. Deutschland stand mit seiner Enthaltung im UN-Sicherheitsrat einigermaßen allein da.

Trump hingegen gehört zu der Art von Leuten, mit der Merkel wenig anfangen kann. Zu großspurig, zu wenig durchdacht und auch zu böse in seiner Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik. Trotzdem würde der 69-Jährige einen Termin im Kanzleramt bekommen, wenn er im Sommer als offizieller Kandidat der Republikaner nach Deutschland käme - aus diplomatischer Klugheit, aber auch, um mehr über den Mann in Erfahrung zu bringen.

Denn derzeit rätselt man in Berlin noch darüber, wie unter einem Präsidenten Trump die US-Außenpolitik aussehen könnte. Im auswärtigen Dienst hat man sich nun einmal die Mühe gemacht, die Überlegungen der verschiedenen Kandidaten miteinander zu vergleichen. Bei Trump gibt es einige Widersprüche und viele Unklarheiten. Röttgen sagt dazu: „Trump als amerikanischer Präsident wäre für die Welt ein außenpolitisches Überraschungspaket.“

Noch gibt es in Berlin aber etwas Hoffnung, dass sich die Republikaner auf ihrem Nominierungsparteitag im Juli doch noch auf einen anderen Kandidaten verständigen - am ehesten wohl Ohios Gouverneur John Kasich, der gegen Trump gerade seinen Heimatstaat Ohio gewann. Vor allem aber setzt man darauf, dass sich am 8. November schließlich doch die Favoritin Clinton durchsetzen wird.

dpa

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