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Die Angeklagten im „OSS“-Prozess

München Die Angeklagten im „OSS“-Prozess

Vier mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen Terrorgruppe „Oldschool Society“ (OSS) müssen sich von heute an in München vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts verantworten.

München. Vier mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen Terrorgruppe „Oldschool Society“ (OSS) müssen sich von heute an in München vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts verantworten.

Die Bundesanwaltschaft wirft den drei Männern und einer Frau die Bildung einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags auf ein Flüchtlingsheim in Sachsen vor. Nach Erkenntnissen des bayerischen Verfassungsschutzes hatte sie eine der Rockerszene vergleichbare Führungsebene - mit Andreas H. als „Präsident“ und Markus W. als „Vizepräsidenten“.

Die Angeklagten:

Andreas H. (57): Stammt aus Augsburg und betrieb dort bis zu seiner Festnahme ein Malergeschäft. Laut Verfassungsschutz hatte er Verbindungen zum NPD-Kreisverband Augsburg Stadt und Land und war 2010 und 2011 Beisitzer im Vorstand des Kreisverbands. Er gilt als Waffennarr - jedenfalls posiert er entsprechend auf Fotos. Anwalt Michael Rosenthal sagt, sein Mandant habe einen Waffenschein gehabt und alle Waffen legal besessen. Es gebe allerdings keinen Zweifel an der „nationalkonservativen“ Gesinnung seines Mandanten, der sich in der Verhandlung voraussichtlich auch zur Sache äußern will.

Markus W. (40) stammt ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen, wohnte aber im sächsischen Borna. Zusammen mit Andreas H. gilt er als Kopf der Gruppe. Er soll zuvor mit einer später verbotenen Neonaziorganisation sympathisiert haben.

Denise Vanessa G. (23): Geboren in Freital - dem Ort in Sachsen, nach dem sich die gerade zerschlagene rechtsextreme „Gruppe Freital“ benannt hat. Denise Vanessa G. lebte zuletzt eine halbe Autostunde von Freital entfernt. Sie soll mit Markus W. befreundet gewesen sein. In der „Oldschool Society“ bekam sie den Posten der Schriftführerin.

Olaf O. (48): Veröffentlicht als „Pressesprecher“ der OSS Beiträge in sozialen Netzwerken. Er wurde in Bochum festgenommen. Das Sondereinsatzkommando fand den Mann in einer - wie Medien berichten - zugemüllten Wohnung. Er wird am ersten Verhandlungstag 48 Jahre alt.

dpa

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