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Die Gewalt von Charlottesville und Trumps Pressekonferenz

Im Wortlaut Die Gewalt von Charlottesville und Trumps Pressekonferenz

Es sollte eine Pressekonferenz zu Infrastrukturprojekten der US-Regierung werden, doch am Ende sah sich Präsident Donald Trump in New York am Dienstagabend vor allem ...

Ein Auto rast in Charlottesville in eine Gruppe von Gegendemonstranten.

Quelle: Ryan M. Kelly/the Daily Progress

Washington. Es sollte eine Pressekonferenz zu Infrastrukturprojekten der US-Regierung werden, doch am Ende sah sich Präsident Donald Trump in New York am Dienstagabend vor allem mit einem Thema konfrontiert: der Gewalt während einer Rassisten-Kundgebung am Samstag in Charlottesville im Staat Virginia. Dabei war eine 32-Jährige Gegendemonstrantin von einem Auto erfasst und getötet worden, 19 Menschen wurden verletzt.

Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert im Folgenden Auszüge aus den Antworten von US-Präsident Donald Trump auf Fragen von Journalisten:

- Trump auf die Frage, warum er so lange - zwei Tage - gewartet habe, bevor er nach den Vorfällen Neonazis verurteilt habe:

„Ich habe gar nicht lange gewartet (...) Ich wollte sichergehen, anders als die meisten Politiker, dass das, was ich sagte, korrekt sei - nicht ein schnelles Statement abgeben. Die Erklärung, die ich am Samstag abgab, die erste Erklärung, war eine gute. Aber man gibt nicht solch direkte Statements ab, bevor man nicht die Fakten kennt (...) Ich möchte nicht schnell voranpreschen und nur eine Erklärung abgeben um des politischen Statements Willen. Ich will die Fakten kennen (...)“

(Es folgen andere Fragen, bevor Trump wieder auf dieses Thema zurückkommt.)

„Tatsächlich sagte jeder (über Trumps Erklärung, Anm. der Red.), „Sein Statement war schön. Wenn er es früher hätte abgeben können, wäre es gut gewesen.“ Ich konnte es nicht früher machen, weil ich nicht alle Fakten kannte. Offen gesagt, man kennt immer noch nicht alle Fakten. (...) Das erste Statement gab ich ab, ohne viel zu wissen (...) Die zweite Erklärung erfolgte mit mehr Wissen, mit großem Wissen. Es gibt immer noch Dinge - (wird unterbrochen, Anm. der Red.) Entschuldigen Sie -, die die Leute immer noch nicht wissen.“ - Trump zur Frage, ob es Terrorismus war, was sich in Charlottesville abspielte:

„Wie ich am Samstag sagte, wie Sie sich erinnern, verurteilen wir diese ungeheuerliche Zurschaustellung von Hass, Bigotterie und Gewalt zutiefst. Dies hat keinen Platz in Amerika.“

- Trump zur Anmerkung von Journalisten, dass Nazis und der Chef des (rassistischen) Ku Klux Klan, David Duke, in Charlottesville anwesend gewesen seien. „Ich wusste nicht, dass David Duke dort war. Ich wollte die Fakten kennen. Und die Fakten, als sie bekannt wurden, waren sehr gut dargelegt.“

- Trump über die ultra-rechte, sogenannte „Alt-Right“ und linke Gegendemonstranten in Charlottesville:

„Was ist mit der Alt-Left (Wortschöpfung von Trump, Begriff gibt es so nicht, Anm. der Red.), die die, wie Sie es nennen, Alt-Right angegriffen hat. Gibt es da irgendeinen Anschein von Schuld? Ich frage Sie: Wie sieht es mit der Tatsache aus, dass sie mit Knüppeln in ihren Händen angegriffen haben, Knüppel geschwungen haben? Haben die ein Problem? Ich glaube ja. Was mich angeht, war das ein furchtbarer, furchtbarer Tag. (...) Moment. Ich bin noch nicht fertig. Ich bin noch nicht fertig, Fake News. Das war ein schrecklicher Tag (...)“

- Trump auf die Frage, ob er die „Alt-Left“ mit Unterstützern von weißer Überlegenheitsideologie gleichstelle:

„Ich sage Ihnen mal etwas. Ich habe mir das sehr genau angesehen - genauer, als ihr das gemacht habt (...) Und es gab eine Gruppe auf der einen Seite, die schlecht war, und eine Gruppe auf der anderen Seite, die auch sehr gewalttätig war. Niemand möchte das sagen, aber ich sage es jetzt: Es gab eine Gruppe - es gab eine Gruppe auf der anderen Seite, und sie sind herangestürmt, ohne eine (Demonstrations- Anm.) Genehmigung, und sie waren sehr, sehr gewalttätig.“

„(...) Ich habe Neonazis verurteilt. Ich habe viele verschiedene Gruppen verurteilt. Aber nicht alle diese Menschen waren Neonazis, glauben Sie mir. Nicht alle diese Menschen waren weiße Suprematisten, bei Weitem nicht. Diese Menschen waren auch dort, weil sie gegen die Entfernung einer Statue von (Südstaaten-General, Anm. der Red.) Robert E. Lee protestiert haben.“

- Trump zur Frage, ob er die „Alt-Left“ und weiße Rassisten auf dieselbe moralische Ebene stelle:

„Ich stelle niemanden auf eine moralische Ebene. Was ich sage, ist folgendes: Es gab eine Gruppe auf der einen Seite und eine auf der anderen, und sie sind aufeinander mit Knüppeln losgegangen. Und es war grausam und schrecklich. Und es war schrecklich anzusehen.

Aber es gibt auch eine andere Seite. Auf dieser Seite war eine Gruppe - Sie können sie die Linke nennen - Sie haben sie gerade die Linke genannt -, die die andere Gruppe gewaltsam angegriffen hat. Man kann sagen was man will, aber so ist das.“ (...)

„Ja, ich glaube, es gibt Schuld auf beiden Seiten. Wenn man sich beide Seiten ansieht, glaube ich, dass es Schuld auf beiden Seiten gibt. Und daran habe ich keinen Zweifel, und Sie haben daran auch keinen Zweifel. Und wenn Sie darüber ordentlich berichten würden, würden Sie das sagen.“

- Trump dazu, dass die Proteste zunächst von Neonazis ausgingen:

„Moment. Sie haben sich nicht selbst - und es gab einige sehr schlechte Menschen in dieser Gruppe, aber es gab auch sehr gute Menschen, auf beiden Seiten“. (...) „Es gab Menschen in dieser Gruppe, die dort waren, um gegen die Entfernung einer Statue zu demonstrieren, die für sie sehr, sehr wichtig ist und gegen die Umbenennung eines Parks von Robert E. Lee in etwas anderes.“ - Trump zur Frage, ob die Statue entfernt werden solle:

„Wenn Sie sich diese Gruppen ansehen und sehen - und Sie würden das wissen, wenn Sie ehrliche Reporter wären, was Sie in vielen Fällen nicht sind -, dass viele Leute dort gegen die Entfernung der Statue von Robert E. Lee demonstriert haben.

Diese Woche ist es Robert E. Lee. Ich habe gesehen, dass (General Thomas) Stonewall Jackson auch entfernt wird. Ich frage mich, ist (der erste Präsident der USA, Anm.) George Washington nächste Woche dran? Und (Präsident, Amn.) Thomas Jefferson die Woche danach? Wissen Sie, Sie müssen sich wirklich fragen, wo hört das auf?“

- Trump zum Einwurf von Reportern, der erste US-Präsident George Washington und der ehemalige Südstaatengeneral Robert E. Lee seien nicht zu vergleichen.

„George Washington besaß Sklaven. War George Washington Eigentümer von Sklaven? Wird George Washington nun seinen Status verlieren? Werden wir nun - Entschuldigen Sie - aber werden wir nun Statuen von George Washington entfernen? Wie sieht es mit Thomas Jefferson aus? Was denken Sie über Thomas Jefferson? Mögen Sie ihn? (...) Werden wir die Statue entfernen? Weil er ein großer Sklavenhalter war?

- Trump zur Frage, ob die Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen sich seit seinem Amtsantritt verbessert oder verschlechtert haben:

„Ich denke, sie sind besser geworden oder gleichgeblieben. Sehen Sie, sie sind seit langem angespannt. Und Sie können Präsident Obama danach fragen, denn er hält darüber Reden. Aber ich glaube, dass die Tatsache, dass ich - bald werden es Millionen von Jobs sein - ins Land gebracht habe - wo Firmen wieder in unser Land zurückkehren - ich denke, das wird eine gigantische positive Auswirkung auf die Beziehungen zwischen Schwarz und Weiß haben.“

- Trump zur Berichterstattung von Medien über die Vorfälle in Charlottesville:

„Wissen Sie was, es ist schon gut. Sie verändern Geschichte. Sie verändern Kultur. Und es gab Leute - ich spreche nicht über die Neonazis und die weißen Nationalisten, denn sie sollten absolut verurteilt werden -, aber es gab Leute in dieser Gruppe, die weder Neonazis noch weiße Nationalisten waren. Okay? Und die Presse hat sie absolut unfair behandelt. Auch in der anderen Gruppe gab es einige feine Menschen. Aber es gab auch welche, die Ärger suchten, und man sah sie mit schwarzer Kleidung und Helmen kommen und mit Baseballschlägern. Es gab in der anderen Gruppe eine Menge böser Menschen.“

dpa

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