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Brennpunkte Die USA und Südkorea verzichten auf Manöver während Olympia
Nachrichten Brennpunkte Die USA und Südkorea verzichten auf Manöver während Olympia
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19:52 04.01.2018
US-Präsident Donald Trump und Südkoreas Präsident Moon Jae In bei einem Treffen mit Soldaten im südkoreanischen Pyeongtaek. Quelle: Andrew Harnik/archiv
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Seoul/Washington

Auf seine Drohungen mit dem „Atomwaffenknopf“ im Konflikt mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump überraschend ein Entspannungssignal folgen lassen.

Mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In vereinbarte er, dass die Streitkräfte der USA und Südkoreas keine gemeinsamen Manöver während der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang im nächsten Monat abhalten. Das teilten Moons Büro sowie das Weiße Haus nach einem Telefonat der beiden mit.

Die Manöver lösen regelmäßig Protest aufseiten des isolierten kommunistischen Regimes im Norden aus, das den USA Angriffsvorbereitungen unterstellt. Washington und Seoul bestreiten das. Pentagon-Sprecher Robert Manning erklärte, das Verteidigungsministerium unterstütze die Entscheidung von Präsident Trump, die gemeinsamen Übungen mit Südkorea zu verschieben.

Nach dem jüngsten Test einer neuen nordkoreanischen Interkontinentalrakete hatte der UN-Sicherheitsrat erst vor Weihnachten die Sanktionen gegen das Land noch mal verschärft. Pjöngjang hatte angegeben, mit der Rakete das gesamte US-Festland erreichen zu können.

Beide Präsidenten erklärten, „alles dafür zu tun, dass die Olympischen Spiele in Pyeongchang sicher und erfolgreich ausgerichtete werden“. Trump habe außerdem bekräftigt, eine Delegation nach Pyeongchang zu schicken, einschließlich „seiner Familie“, hieß es aus Moons Büro. Das Weiße Haus bestätigte lediglich, dass Trump eine Abordnung schicken wolle.

Den südkoreanischen Angaben zufolge sicherte Trump auch seine Hilfe für den innerkoreanischen Dialog zu. Die USA würden Moon zu 100 Prozent unterstützen, wurde Trump zitiert. Moon hatte zuvor den USA vorgeschlagen, ihre Militärmanöver mit Südkorea zu verschieben.

Die Einigung Trumps und Moons folgt einer zaghaften Annäherung beider Staaten. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache am Montag erklärt, er wolle eine Delegation zu den Winterspielen vom 9. bis zum 25. Februar entsenden. Südkorea hatte daraufhin ein Treffen in der nächsten Woche vorgeschlagen. Am Mittwoch hatten beide Seiten zum ersten Mal wieder seit knapp zwei Jahren eine zuvor abgeschaltete Kommunikationsleitung an der Grenze wieder in Betrieb genommen.

Die USA und Südkorea halten regelmäßig Militärübungen ab, um ihre Bereitschaft für einen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel zu testen. Ihr großes, zweimonatiges Frühjahrsmanöver „Foal Eagle“ fällt üblicherweise in die Monate März bis April. Im März folgen auf die Olympischen Spiele die Paralympischen Winterspiele. Ob das Manöver kurz danach beginnen wird, ist noch unklar.

Im Konflikt um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm hatte Trump noch am Dienstagabend im Kurznachrichtendienst Twitter in Richtung Kim gedroht: „Wird jemand aus seinem verarmten und ausgehungertem Regime ihn bitte darüber informieren, dass auch ich einen Atomwaffenknopf habe“. „Aber er ist viel größer & mächtiger als seiner, und mein Knopf funktioniert!“ Kim hatte in seiner Rede vom Montag seinerseits den USA gedroht, dass sein „Atomwaffenknopf immer auf seinem Schreibtisch“ sei.

Trump schrieb die jüngste Annäherung beider Staaten seiner Position der Stärke zu. „Glaubt wirklich irgendjemand, Gespräche und Dialog zwischen Nord- und Südkorea würden weitergehen, wenn ich nicht standfest und stark wäre - willens, unsere totale „Macht“ gegen den Norden einzusetzen?“ twitterte Trump am Donnerstag - offensichtlich unter Bezug auf die atomare Bewaffnung der USA. Eine solche Einschätzung sei närrisch, meinte Trump - aber Gespräche seien eine gute Sache.

dpa

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