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Die Welt trauert mit Brüssel

Brüssel/Berlin Die Welt trauert mit Brüssel

Die Selbstmordattentäter sind identifiziert: Ein Bruderpaar verübte die Anschläge in Brüssel. Die Polizei fahndet nun nach neuen Verdächtigen. In Europa wächst die Angst vor dem Terror. Am Donnerstag kommen die EU-Sicherheitsminister zu einem Sondertreffen zusammen.

Tausende Belgier haben in Brüssel der Opfer der Anschläge gedacht und legten wie hier auf der Beursplein Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

Quelle: Jonas Roosens/action press

Brüssel/Berlin. Nach den Terrorattacken in Brüssel mit mindestens 31 Toten herrschen Trauer und Entsetzen in der belgischen Hauptstadt. Tausende gedachten der Opfer der beiden Attentate. Die Polizei fahndet unterdessen nach neuen Verdächtigen und Hintermännern. Als Selbstmordattentäter identifizierte die belgische Justiz ein islamistisches Brüderpaar, das auch Verbindungen zu den Drahtziehern der Anschläge von Paris gehabt hatte.

Die Türkei warnte die belgischen Sicherheitsbehörden nach Angaben des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor einem der Attentäter von Brüssel. Der Verdächtige sei im vergangenen Juni in der Türkei gefasst und anschließend ausgewiesen worden, sagte Erdogan. Die belgischen Behörden seien von der Türkei am 14. Juli 2015 darauf hingewiesen worden, dass es sich bei dem Mann um einen „ausländischen terroristischen Kämpfer“ handele. Die Belgier hätten den Verdächtigen aber freigelassen. Der belgische Geheimdienst soll nach einem israelischen Zeitungsbericht konkrete Warnungen vor den Terroranschlägen am Flughafen und in der U-Bahn bekommen haben. Auch andere Geheimdienste seien im Bilde gewesen, schreibt die Zeitung „Haaretz“.

Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw bestätigte, dass es sich bei zwei Selbstmordattentätern um die Brüder Ibrahim (29) und Khalid (27) El Bakraoui handelt. Beide waren belgische Staatsbürger und wegen verschiedener Taten polizeibekannt. Sie standen aber nicht unter Terrorverdacht. Am Dienstag sprengte sich der Ältere auf dem Flughafen in die Luft. Kurz darauf zündete der Jüngere eine Bombe in der Metro-Station Maelbeek im Brüssler Europa-Viertel. Bei dem zweiten Selbstmordattentäter vom Flughafen handelt es sich um den im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen gesuchten Najim Laachraoui. Das verlautete gestern aus Polizeikreisen in Brüssel. Verletzt wurden mehr als 270 Menschen – darunter auch Deutsche, wie das Auswärtige Amt gestern mitteilte.

In Belgien gilt noch bis Karfreitag eine dreitägige Staatstrauer. Gestern gab es eine landesweite Schweigeminute. Aus Solidarität wurden Wahrzeichen vieler anderer Metropolen in den Nationalfarben Belgiens angeleuchtet. Dazu gehörten auch das Brandenburger Tor in Berlin und der Eiffelturm in Paris. In ganz Europa herrscht seit den Anschlägen Terrorangst. Vielerorts wurden Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die US-Regierung warnte ihre Bürger angesichts der jüngsten Anschläge vor Gefahren bei Reisen nach Europa. Mögliche Ziele von Attentätern seien etwa Touristenattraktionen oder Sportveranstaltungen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) geht davon aus, dass das Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England am Sonnabend in Berlin stattfinden kann. „Wir haben keine Hinweise auf eine Sicherheitsgefährdung, und wir wollen – wenn es irgendwie geht – unser freiheitliches Leben nicht durch den Terror beeinflussen lassen“, sagte er.

Die für Innere Sicherheit zuständigen EU-Minister wollen heute zu einem Sondertreffen zusammenkommen. Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner schlug eine Plattform für den Austausch aller Informationen von Geheimdiensten vor. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wies darauf hin, dass konkrete Vorschläge für mehr Sicherheit in Europa seit Monaten auf dem Tisch liegen. Als Beispiele nannte er eine Verschärfung des Waffenrechts und einen verstärkten Schutz der EU-Außengrenzen.

Von Roland Siegloff und Detlef Drewes

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