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Brennpunkte Dramatische Szenen im Hochwasser - Katastrophenalarm in Bayern
Nachrichten Brennpunkte Dramatische Szenen im Hochwasser - Katastrophenalarm in Bayern
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18:31 01.06.2016
Mitarbeiter der Wasserwacht des bayerischen Roten Kreuzes (BRK) evakuieren am 01.06.2016 mit einem Boot Menschen in Triftern (Bayern). Quelle: Armin Weigel/dpa
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Triftern

Land unter im Südosten: Heftiger Regen hat in Bayern zu schweren Überschwemmungen geführt. In Niederbayern löste der Landkreis Rottal-Inn in einigen Gemeinden Katastrophenalarm aus. Etwa 250 Kinder mussten am Mittwoch stundenlang in ihrer Schule in Triftern ausharren, weil die Zufahrten nicht passierbar waren. Mit Hubschraubern wurden Menschen von Hausdächern gerettet. In Simbach stand das Wasser der Polizei zufolge meterhoch. Auch in Sachsen wurden Straßen überspült, während sich die Lage im Südwesten vorerst etwas entspannte.

Wegen des starken Regens steigt der Inn. Der Ort Triftern in Niederbayern ist überflutet.

32 Liter Regen pro Quadratmeter fielen binnen sechs Stunden allein in Pfarrkirchen bei Triftern. „Das ist schon ein kräftiger Dauerregen“, sagte der Meteorologe Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD). „Es herrscht Land unter. Die Wassermassen kamen sehr schnell“, hieß es von der Polizei. „Die Situation hat sich in den letzten Stunden dramatisch zugespitzt“, sagte der Bürgermeister von Triftern, Walter Czech. Verletzte habe es bislang aber nicht gegeben.

Die Aussichten für die kommenden Tage bleiben trüb: Mindestens bis Sonntag werde sich die Gewitterluft in Deutschland halten, sagte der DWD-Meteorologe Simon Trippler. Unwetter könnte es in der Mitte, im Osten und im Norden geben. Aus Polen zog Tief „Friederike“ herüber.

„Alles, was wir verfügbar haben, ist im Einsatz“, teilte das Polizeipräsidium Niederbayern mit. Polizisten seien auch von Grenzübergängen nach Österreich abgezogen worden. Eine Brücke am Übergang zum österreichischen Braunau war komplett überspült.

Eine Schulklasse aus Augsburg wurde bei einem Bootsausflug auf dem Schwarzen Regen vom Unwetter überrascht. 20 Kinder strandeten auf einer Insel und mussten gerettet werden. Zwei Mädchen erlitten einen Schock und eine Unterkühlung. Eine Asylbewerberunterkunft in einer ehemaligen Turnhalle in Simbach musste geräumt werden. Lastwagenfahrer kletterten auf der Bundesstraße 12 auf die Dächer ihrer Fahrzeuge, weil sie Angst hatten, von den Fluten davongeschwemmt zu werden, wie Rettungskräfte berichteten.

Starkregen machte den Menschen auch in Hannover zu schaffen. In Leipzig standen zeitweise einige Straßen unter Wasser. „Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht schnell genug aufnehmen“, sagte ein Feuerwehrsprecher. In einem Leipziger Krankenhaus musste die Feuerwehr Wasser aus der Notaufnahme abpumpen. Die Bahnstrecke zwischen Dresden und Prag, die am Dienstag überspült worden war, wurde hingegen wieder für den Verkehr freigegeben. Der DWD warnte aber vor neuen Gewittern, Starkregen und Hagel im Osten.

Die Pegelstände an Rhein, Nahe und Mosel fielen nach einem sprunghaften Anstieg zu Wochenbeginn zunächst wieder. Das Hochwassermeldezentrum in Rheinland-Pfalz teilte am Mittwoch mit, dass an zahlreichen Messpunkten sinkende Pegel gemeldet worden seien. Allerdings ist auch dort in den kommenden Tagen mit weiterem Regen zu rechnen. Die Wetterlage war zu labil, um vorherzusagen, wo und in welchem Ausmaß der Wasserstand erneut klettern könnte.

In Baden-Württemberg, wo das Tief „Elvira“ bereits am Sonntagabend schwere Verwüstungen angerichtet hatte, ging das Aufräumen weiter. Nach wie vor müssen Massen von Schlamm, Schutt und Trümmer beseitigt werden. Vier Menschen waren dort bei dem Unwetter ums Leben gekommen.

Hochwasserkatastrophe: Schäden in zweistelliger Millionenhöhe

Pfarrkirchen. Bei der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern sind am Mittwoch nach ersten Erkenntnissen Schäden in mindestens zweistelliger Millionenhöhe entstanden. „Wir haben aber bisher kein Todesopfer zu beklagen“, sagte der stellvertretende Sprecher des Landratsamtes, Robert Kubitschek, in Pfarrkirchen. Nach stundenlangem Dauerregen waren Bäche und Flüsse in kürzester Zeit über die Ufer getreten und hatten sich in reißende Flutwellen verwandelt. „Die Rettungskräfte sind pausenlos im Einsatz, um Menschen aus Autos und Häusern zu retten“, sagte Kubitschek.

Katastrophenalarm: Diese Orte sind vom Unwetter schwer betroffen

Drei Orte in Bayern waren am Mittwoch von schweren Überschwemmungen betroffen. Ein Überblick:

TRIFTERN: Der Markt Triftern liegt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn. Rund 5200 Menschen leben in der kleinen Gemeinde, durch die der Altbach fließt. Triftern liegt in unmittelbarer Nähe des niederbayerischen Bäderdreiecks Bad Birnbach, Bad Griesbach und Bad Füssing. Bis nach Passau sind es rund 50 Kilometer, bis nach Regensburg mehr als 100.

SIMBACH AM INN: Die niederbayerische Stadt Simbach am Inn liegt direkt an der österreichischen Grenze. Mitte 2015 zählte Simbach knapp 9700 Einwohner. Die Bedeutung des Flusses Inn spiegelt sich auch im Wappen der Stadt: Dort spannt sich eine rote Brücke über die blauen Fluten des Stromes. Bis nach Passau sind es knapp 60 Kilometer, die österreichische Mozartstadt Salzburg liegt ebenfalls 60 Kilometer entfernt. Bis München sind es 115 Kilometer.

TANN: Der Markt Tann liegt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn. Etwas mehr als 4000 Menschen leben in der kleinen Gemeinde unweit des Zusammenflusses von Inn und Salzach. Im Jahre 927 wurde Tann erstmals urkundlich erwähnt. Einen großen Aufschwung erhielt der Ort im 18. und 19. Jahrhundert durch die Wallfahrt zum „Herrgott von Tann“. Dieses „wundertätige Kreuz“ ist noch heute in der zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbauten Pfarrkirche zu bewundern.

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