Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Kohl-Richter geht leer aus: Entschädigung nicht vererbbar
Nachrichten Brennpunkte Kohl-Richter geht leer aus: Entschädigung nicht vererbbar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:04 29.05.2018
Das Buch „Vermächtnis - Die Kohl-Protokolle“ liegt im Oberlandesgericht auf dem Tisch. Quelle: Oliver Berg/archiv
Köln

Maike Kohl-Richter hat keinen Anspruch auf eine von Altkanzler Helmut Kohl erstrittene Rekord-Entschädigung in Höhe von einer Million Euro. Das entschied am Dienstag das Oberlandesgericht Köln.

Der Anspruch auf Geldentschädigung wegen nicht autorisierter Zitate in einem Buch sei nicht vererbbar, erläuterte die Vorsitzende Richterin Margarete Reske. Schließlich gehe es darum, dem Geschädigten Genugtuung zu verschaffen, und das sei nur möglich, solange er noch lebe. Kohl war im vergangenen Jahr gestorben.

Kohl-Richter (54) kündigte an, die Entscheidung in höchster Instanz anzufechten. „Wir sind der Auffassung, dass Täter vom Tod des Opfers nicht profitieren dürfen, und werden daher den Bundesgerichtshof anrufen“, teilte ihr Anwalt Thomas Hermes mit.

Helmut Kohl (1930-2017) hatte die Entschädigung kurz vor seinem Tod vom Landgericht Köln zugesprochen bekommen, weil in dem Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“ unautorisierte Zitate von ihm veröffentlicht worden waren. Das Urteil war aber noch nicht rechtskräftig.

Die von Kohl angegriffenen Textstellen bleiben auch nach der OLG-Entscheidung vom Dienstag im Wesentlichen verboten. Schwan dürfe alle 116 Textstellen nicht weiterverbreiten, entschied das Gericht und kritisierte eine „Fülle von Fehlzitaten und Kontextverfälschungen“ sowie „Verletzungen der journalistischen Sorgfaltspflicht“.

Die Zahl der Fehlzitate im Buch gab Reske mit 15 an. Daneben seien Äußerungen Kohls aus dem Zusammenhang gerissen und dadurch verfälscht worden. Im übrigen gelte, dass sein ehemaliger Ghostwriter Heribert Schwan die Zitate aufgrund seiner Verschwiegenheitspflicht sowieso nicht hätte veröffentlichen dürfen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es ist die schwerste Eskalation der Gewalt an der Gaza-Grenze seit dem Krieg 2014: Mindestens 28 Mörsergranaten und Raketen wurden auf Israel abgefeuert. Das teilte die israelische Armee mit.

29.05.2018

Tennis-Star Boris Becker und seine Ehefrau Lilly haben sich getrennt. Das hat ein Anwalt des dreifachen Wimbledon-Siegers bestätigt. Die Trennung erfolgte demnach „einvernehmlich und freundschaftlich“.

29.05.2018

Boris Becker und seine Ehefrau Lilly haben sich getrennt. Das teilte ein Anwalt des Tennis-Stars in Berlin mit. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

29.05.2018