Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Erdogan-Kritiker Dündar „sehr enttäuscht“ von Merkel
Nachrichten Brennpunkte Erdogan-Kritiker Dündar „sehr enttäuscht“ von Merkel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:08 09.09.2016
Anzeige
Berlin

Der ehemalige Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“, Can Dündar, hat die aus seiner Sicht zu regierungsfreundliche Türkei-Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert.

„Sie hat nur darauf geachtet, dass ihre Beziehungen zur offiziellen Türkei nicht beschädigt werden“, sagte Dündar dem Sender 3sat. Hintergrund ist Merkels Kurs im Streit um die Armenien-Resolution des Bundestages und das Besuchsverbot für deutsche Politiker auf dem Nato-Stützpunkt Incirlik. Der Journalist mahnte, Gespräche über militärische oder staatliche Interessen dürften nicht auf Kosten demokratischer Entwicklungen gehen. „Deswegen sind wir in der Türkei auch sehr enttäuscht.“

Die Türkei hatte den Besuch von Bundestagsabgeordneten in Incirlik über Wochen hinweg blockiert. Grund dafür war die Verärgerung über eine Armenien-Resolution des Bundestages. Darin hatte das Parlament die Massaker an den Armeniern 1915/16 erstmals als „Völkermord“ bezeichnet. Die Türkei wehrt sich massiv gegen solche Einstufungen. Nachdem die Bundesregierung die Resolution als rechtlich nicht verbindlich bezeichnet hatte, hob die türkische Seite das Besuchsverbot auf.

Dündar war nach dem Putschversuch in der Türkei als Chefredakteur der regierungskritischen „Cumhuriyet“ zurückgetreten. Er und der Hauptstadtbüroleiter der Zeitung, Erdem Gül, waren im Mai zu fünf Jahren und zehn Monaten beziehungsweise fünf Jahren Haft verurteilt worden. Sie wurden für schuldig befunden, geheime Dokumente veröffentlicht zu haben, die türkische Waffenlieferungen an Islamisten in Syrien 2015 belegen sollen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach dem Putschversuch in der Türkei beklagte Präsident Erdogan mangelnde Solidarität des Westens. Nun geben sich Spitzenpolitiker in Ankara die Klinke in die Hand. Auch Nato-Generalsekretär Stoltenberg ist zu seinem ersten Besuch seit dem Umsturzversuch eingetroffen.

09.09.2016

Etwa 110 Menschen haben in mehreren Kabinen einer Seilbahn am Montblanc in mehr als 3000 Metern Höhe festgesessen.

08.09.2016

Ängste machen sich bei wachsenden Teilen der mittleren Generation in Deutschland breit - obwohl es den meisten persönlich durchaus gut geht. Viele sorgen sich wegen der Flüchtlinge und sozialem Unrecht.

09.09.2016
Anzeige